Boden- und Wandaufbau

    • @Udo
      Freut mich wenn dir der Link weiter hilft.
      Die Belastungsberechnungen fehlen ganz einfach, weil sie für Bauten unter 50 m² nicht vorgeschrieben sind, es liegt also an jedem selbst ob man sie macht oder ob nicht.
      Bezüglich de Knauf-Cubo-Sytem, das ist nicht so ganz richtig. Es gibt bei Knauf ein extra Anforderungsformular, wo dir Knauf berechnet wieviele der 2mm Stützen benötigt werden und in welchen Abstand sie aufgestellt werden. Die Zwischenräume werden dann mit "normalen" Trockenbauprofilen aufgefüllt. Bei der Decke ist es abhängig von der Beplankung (1-fach, 2-fach, 3- fach, usw.), wieviel Auflagekraft sie aushält.
      Ich bin mir ziemlich sicher, das die Amerikaner beim TH Bau auf 1mm CW Profile setzen, was für die Belastungen eines TH dann auch ausreichend sein sollte. Auch beim Gewicht kommt das ungefähr hin, ein 2m Balken des allseits beliebten 80x60 KVH wiegt ca. 4,3-4,5 kg. Ein gleichwertiges CW-Profil mit 1mm stärke wiegt ca. 2,5-2,6 kg.
      Einen Unterschied gibt es allerdings, wie du selber schon bemerkt hast. An den stark belasteten Stellen bleiben die Amerikaner beim gleichen Profil und setzen auf die Fachwerktechnik, wohingegen bei uns einfach ein stärkeres Profil eingesetzt wird.

      Nu ja, Try-and-Error muss ja nicht sein. Man kann auch einen Statiker zu Rate fragen oder selber anfangen zu rechnen. Und die Holzbauer brauchen sich in der Regel auch kaum Gedanken zu machen, da 99% der Holzständerwerke sowieso überdimensioniert sind.
      Du hast selber die "Profis" erwähnt, die ihre Mobilheime aus "besseren Dachlatten" zusammen bauen. Allerdings ziehen die "Profis" auch vorher einen Statiker zu Rate, der das genau berechnet (schon allein aus Haftungsgründen). Daran kann man gut erkennen, welch geringen Balken-Querschnitte ausreichen um beim Holzständerwerk die Lasten aufzunehmen.

      @stk
      Eine Konstruktion aus Vierkanthohlprofilen mit 2mm Wandstärke ist ja nicht vergleichbar mit Trockenbauprofilen aus dem Baumarkt. Auf solch einem Ständerwerk mit Vierkanthohlprofilen, kannst du sicherlich mind. noch 2 TH oben drauf stellen.
      Es ist richtig das die Hersteller nicht wissen wie man die Wand nutzt, allerdings muss auch beachtet werden welche Belastungen nun maßgeblich sind. Eine Scherbelastung durch z.B. Küchenschränke wird in erster Linie durch die Beplankung abgefangen. Eine Seitliche Druckbelastung (z.B. durch Anlehnen an die Wand) ist abhängig vom Querschnitt des Profils (ein 75er CW hält mehr aus als ein 50er CW) und der Art der Beplankung.
      Was beim Hausbau, besonders bei tragenden Wänden, wichtig ist, das ist die Knickbelastung. und hier kommt die Materialstärke ins Spiel, jeder zehntel Millimeter ist da ausschlaggebend. Jeder der schon mal Trockenbauwände mit den labberigen Baumarktprofilen gebaut hat, weiß wie leicht diese sich in Längsrichtung knicken lassen. Darauf würde ich kein 300-400 kg Dach ablegen, wo im Winter evtl. noch eine Schneelast von 200-300 kg drauf kommt.
      Ein Verbund gibt Stabilität, allerdings ist ein Verbund auch nur so stark wie sein schwächstes Glied. Und wenn das auf solche Belastungen nicht ausgelegt ist, dann nützt auch der beste Verbund nichts.
      Tragend ist auch kein weiter Begriff, ob etwas tragend ist läßt sich berechnen, unabhängig ein TH oder Steinhaus. Selbstverständlich ist ein TH Dach eine andere Belastung als eine Betondecke (es käme wohl auch niemand auf die Idee eine Betondecke auf einer Trockenbauwand abzulegen), allerdings sollte man selbst die Belastung durch ein TH Dach nicht unterschätzen.
    • stk schrieb:

      Vielen Dank für die tollen Beiträge. Ich habe mal eine selbsttragende Decke mit Gipskarton gebaut, 4x4m und dafür Vierkant-Hohlprofile aus Stahl verwendet. In meiner Erinnerung sind die Abmessungen 80x60mm bei 2mm Wandstärke. Die Träger im Abstand ca 50cm. Die selbstbohrenden Gipskartonschrauben für Stahl sind bis Wandstärke 2mm spezifiziert. Heute weiss ich das 3mm auch gehen und wenn mal eine Schraube partout nicht rein will, setzt man eben 1cm weiter eine.

      Mit den Spezifikationen legen sich die Hersteller natürlich auf die sichere Seite. Wieso soll man ein Haftungsrisiko eingehen. Am Markt ist dafür zu wenig Wettbewerb. Hinzu kommt, dass die Hersteller nicht wissen was der Nutzer mit der Wand vor hat. Da kann ja auch jemand Küchenschränke dran hängen. Im TH weiss man was kommt und kann hochbelastete Bereiche entsprechend robust gestalten.

      Plastik ist ja auch labberig im Volksmund. Dennoch ist im typischen Auto zu gleichen Teilen Stahl und Plastik ... Viele Plastikteile sind dabei funktional kraftleitend. Nicht nur bei smartem Spielzeug, auch bei Geländewagen, S-Klasse, 7-er. Fast alles was metallisch glänzt ist heute aus ABS (Plastik) und dann galvanisiert. Wandstärke 2mm besser 1mm und für Stabilität verrippt.

      Ich will damit sagen der Verbund bringt die Stabilität. Die Profile min. alle 20cm verschraubt mit 12mm Pappelsperrholz beidseitig. Solange die Profile sicherstellen, dass die Holztafeln nicht knicken oder sich biegen, kann man den Verbund enorm belasten. Eine tragende Wand in einem max 3,5to mobilen TH hat andere tragende Lasten als in einem 2 stöckigen Haus. Da sind 2-3 qm Betondecke schnell mal 3,5to (Last & Eigengewicht). Also tragend ist ein weiter Begriff und im TH anders zu bewerten als im Steinhaus.

      Auf das Setzverhalten der Füllung ist nur Vins eingegangen. Ich halte das für ein wichtiges Thema. 1000km macht hoffentlich jedes TH in seinem Leben. Bei 80km/h sind das über 10 Stunden mikro Vibrationen. Die ich viel schädlicher halte für die Füllung als hier und da mal einen Bordstein. Ich habe bei einer Renovierung mal Glasfaser Trittschalldämung zusammen gefegt. Ich war schockiert wie die Glasfaser über die Jahre zerbröselt war.

      Überall am Bau sehe ich was die Neubauten können. Wie dampfdicht die sind. Bloß keine Kältebrücken. Ob das Klebeband der Dampfbremse nach 5, 10 oder 20 Jahren immer noch dicht klebt, das juckt keinen. Hauptsache der U-Wert ist richtig berechnet.
      Da hauen die Leute sich das Styropor auf die Wände. Wenn da Nachts mal einer eine Konservendose mit Benzin dran stellt, die armen Bewohner. Denen droht ne Katastrophe wie im Londoner Hochhaus.

      Deswegen finde ich diese Forum so toll. Hier sind Leute, die sich Gedanken machen, wie es besser geht und ich mag meinen Beitrag leisten.
      tinyhouseueberaus.wixsite.com/…s-gibt-neues-zu-berichten
      Ich habe einige tests zum Thema "absetzen der Dämmung " gemacht und meine, wohlgemerkt gschwächte Hanfdämmung teilweise mit Bauschaum und Kabeln fixiert.
      (Ohne UV Licht, im dunkeln hält herkömmliches Klebeband, beispielsweise Eurasol 25 Jahre und mehr)
      Zum Thema TÜV- frage doch einfach mal einen Prüfer. Hier im Netz kannst du alles finden. Mein TÜV hat mir erklärt, das Holz schließlich auch offen transportiert wird, hier also überhaupt kein Problem entstehen wird!
      Ich nehme an, dass du nur ein Tiny bauen willst, also eine Einzelzulassung vornehmen möchtest, da spielt Brandschutz keine besondere Rolle. Generell achtet man ja sowieso auf Brandschutz.
      Pappelsperrholz halte ich für wenig robust. Ich hab ein paar Reste draußen im freien rumfliegen, die lösen sich langsam aber sicher in ihre Einzelschichten auf, das ist bei allen verleimten Holzplatten der Fall, ich kenne zumindest keine, welche für die Montage an der frischen Luft geeignet sind. (Siebdruckplatten schließen wir mal kategorisch aus)
      Wenn du die Oberfläche lackiert und eine Macke reinkommt, fault dir das Holz weg, da es nicht austrocknen kann. Lack auf organischem Material Außen ist meiner Meinung nach Unsinn, da das Holz in Bewegung ist, immer doch irgendwo Feuchtigkeit zwischen Holz und Lackschicht kommt und es fault. Aus diesem Grund wird meine Fassade belüftet und unbehandelt sein, somit kann immer alles abtrocken, locker hält meine Fichte-Fassade so 20 Jahre. (absolut ohne faule stellen)
      Aber wir sind natürlich alle unsere eigenen Universalgelehrten nicht wahr? :D Hast du schonmal an Aluminium als Fassade gedacht?
      LG Philipp
    • Servus Philipp, hab Dank für die Teilhabe an Deinem Projekt. Ich find es einfach super.


      Nun hab ich doch noch ne Frage. Seit gestern mach ich mir Gedanken wie ich mein TH nach dem lösen der Flügelmuttern vom Trailer heben kann. Ich muss das Haus anheben um zwischen Siebdruckplatte und dem unterem Konstruktionsholz zu kommen. Ich möchte das komplette Haus mit einer Traverse auf ein Fundament stellen.
      Wie hast Du die Aufgabe gelöst ?

      LG Klaus
    • ich möchte was zu tinyhousevillage.de/geschichte sagen:

      konnte leider keine weiterührenden bauberichte finden, aber auf den ersten blick sieht es nach 40 mm x 40 mm 1,5 oder 2 mm quadratprofilen aus, die verschweißt sind.
      naja, dies sind genau die profile die jeder schlosser immer vorrätig hat :) , da dieses profil genau auf der grenze zu echter macht siedelt und man daraus eigentlich alles bauen kann. (bei 3 mm wandstärke wird es göttlich :) )
      was man auch sieht, ist, das sie die queerwände ausgesteift haben. in der länge vermute ich, daß die aussteifung über holzplatten erfolgt und es wahrscheinlich nicht beabsichtigt ist die hütte vom hänger zu heben.

      ich hatte mir die so ziemlich gleiche konstruktion überlegt, da solche rahmen gleich zusammengebraten sind und bis auf die verzinkungsaktion, badgröße des verzinkers muß paßen, enorm günstig zu fertigen sind.
      anmerkung: wer selber schweißen kann, kann auch 50% kosten drauflegen und die konstruktion gleich in edelstahl fertigen. (sagen wir, wir bezahlen 100 € für stahl verzinkt, dann kostet es in Va 150 €)
      weitere anmerkung: in alu 3mm fände ich die konstruktion wirklich hübsch und leicht.
      vorteil der konstruktion, falls entsprechende durchführungen vorbereitet sind, es laßen sich innerhalb kabel verlegen.

      die probleme bei stahl verzinkt sehe ich, a, wegen der dämmung, wärmebrücken, b, bei den schrauben die nachträglich eingeschraubt werden, wegen korrosion.
      bei Alu/Va blieben noch die wärmebrücken.

      obige überlegungen brachten mich dazu, daß ich in holz bauen werde.



      noch eine kleinigkeit zur längsaussteifung:
      habe ja so einen burgeranhänger gebaut, fahrgestell, stahl 80 mm x 60 mm x 3,2 mm. aufbau 60 mm x 60 mm x 2 mm. austeifung längs durch die klappen die während der fahrt geschlossen sind. gesamtgewicht leer, ca. 3,3 t.
      die eigentümer fuhren auf einen autobahnparkplatz, und setzten mit ca. 40 km/h eine achse, 13 zoll reifen, gegen einen bordstein, woraufhin die achse brach und die fuhre sofort stand. es gab keine beschädigungen am aufbau.
      sollte jemanden so etwas mit einem THoW paßieren, kann er, soweit ich die üblichen aufbauten sehe, die hütte verschrotten.

      5 cent,
      werner
    • stk schrieb:



      1000km macht hoffentlich jedes TH in seinem Leben.
      Ich hoffe ehrlich gesagt auf ca. 10km, da ich i.d. Gegend bleiben werde. :)


      stk schrieb:


      Füller, Grundierung, 2K-Farbe. Nein Öko ist das nicht ... aber robust.
      Du meinst außen? Da würde ich aufpassen, falls Du diffusionsoffen bauen willst. Das Stelzenhaus von meinem Avatarbildchen habe ich gebraucht gekauft. Das war mit so einem "latexähnlichen" Lack eingeschmiert und einige Teile sind unter dem Lack komplett weggegammelt. Ich persönlich nehme behandle Holz nur noch diffusionsoffen.

      Zu den WoWas/WoMos. Meines Wissens sind das diffusionsdichte Sandwichplatten mit einem isolierenden Kern. Wenn so ein Teil mal undicht wird, muss man anscheinend großflächig vergammelte Stellen ausschneiden und Flickschustern. Zumindest wurde mir es so gesagt, dass man dann nicht mehr "richtig" reparieren kann.
    • Mir lässt das mit den Stahlstützen keine Ruhe und ich hab mich jetzt mal schlau gemacht.
      Die Amerikaner arbeiten ausschließlich mit 22 Gauge dicken Profilen. Das sind 0,64 mm und entspricht damit genau den 0,6 bzw. 0,7 mm unserer Rigips-Standardprofile.
      Es geht also irgendwie. Jetzt muss ich nur noch rauskriegen, wie das irgendwie geht.
      Da ich selber zu dumm zum Rechnen bin wird es evtl. auf die Kopie eines U.S.-Modells hinauslaufen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Udo ()

    • Udo schrieb:

      Die Amerikaner arbeiten ausschließlich mit 22 Gauge dicken Profilen. Das sind 0,64 mm und entspricht damit genau den 0,6 bzw. 0,7 mm unserer Rigips-Standardprofile.
      Ich weiß nicht woher du diese Informationen hast.

      Die AISI’s (North American Specification for the Design of Cold-Formed Steel Structural Members) schreibt vor:
      • 25 - 20 Gauge (0,49-0,81 mm) DRYWALL ONLY (also nur Trockenbauwände)
      • 20 - 10 Gauge (0,81-2,59 mm) STRUCTUAL WALLS (tragende Wände)
    • Tinyhouseueberaus schrieb:

      Pappelsperrholz halte ich für wenig robust. Ich hab ein paar Reste draußen im freien rumfliegen, die lösen sich langsam aber sicher in ihre Einzelschichten auf, das ist bei allen verleimten Holzplatten der Fall, ich kenne zumindest keine, welche für die Montage an der frischen Luft geeignet sind. (Siebdruckplatten schließen wir mal kategorisch aus)

      Bootsbausperrholz ist geeignet. Normales AW 100 Sperrholz nur bedingt denke ich. Muss aber auch behandelt werden. Würde ich aber nicht umbedingt so bauen, da es mir für außen zu diffusionsdicht wäre. Bei einer diffusionsoffenen Bauweise müsste die Sperrholzfassade gut hinterlüftet werden - was ja sowieso zu empfehlen ist, auch bei Profilbrettern.
    • Danke für die vielen Beiträge.

      Folgendes ist jetzt in der engeren Auswahl:

      Holzständer 40x80 auf den Ecken 80x80 plus 40x80. Einfaches KVH. Teilung 60cm.
      Warum?:
      Im Vergleich ca 2x schwerer als Gipskartonprofile, aber mehr als 2x steifer. Warum soll ich ein Risiko eingehen?
      2mm Blech wäre schön stabil, ist aber ca. 1/3 schwerer als die Holzständer.
      Der Lohn einfacher Gipskartonprofile wären ca 50kg. Also ganz ehrlich, dann müssen die 2 Kisten Bier halt in den Kofferraum. Dafür geht man kein Risiko ein.

      Ausserdem Holz ist für mich leichter zu verarbeiten

      Innen Wand: Pappelsperrholz, des Gewichts wegen. am liebsten 12mm, vielleicht nur 10mm oder noch weniger. Wie ich das entscheiden soll ist mir noch unklar.
      Decke innen: 8mm Pappelsperrholz, könnte sogar noch weniger sein, muss ja nur die Dämmung tragen.
      + Dämpfsperre
      Oberfläche Leinölfirnis evtl. weiss Pigmentiert, damit es heller wird.

      Dämmung: am liebsten Schafwolle gestopft. Die Frage ist halt wie die nicht zusammen fällt. Vielleicht muss man da Klettband in die Gefache tackern. Oder Chinesische Essstäbchen wie ein Nagelbrett aufstellen. Aber bis ich die alle geschnitzt habe ...

      Also wenn die Wand ein Kunststoff Spritzguss Teil wäre, dann würde man die Ständer weglassen und eine Wabenstruktur auf die "Sperrholzplatte" machen. Die Waben würden dann mit Wolle gefüllt. Und wie macht man das jetzt mit Holz?

      Aussen:
      wenn ich faul bin, Gewicht sparen und es stabil sein muss: Sperrholz AW100 in Leinöl "ertränkt" 12mm bis max. 18mm. zB Seekiefer, Birke, ...
      schöner (finde ich): Lärche Keilbretter + Leinölfirnis
      stabiler, nicht so schön (finde ich): Lärche Rauhspund + Leinölfirnis

      Auf diese Weise sollte eine Hinterlüftung nicht erforderlich sein. Dämmung ist 80mm, In Summe ist die Wand 105mm bis 120mm, je nach Beplankung.

      Boden und Decke sinngemäß wie Wände.

      Was haltet Ihr von dem Konzept?
    • Ich würde immer mit Hinterlüftung bauen. Theoretisch bräuchtest du es bei einer Dampfsperre bzw. Dampfbremse mit einem sd Wert von 100 nicht. Aber so dicht kriegt man es dann meistens doch nicht hin.
      Ich würde eine Variable Dampfbremse innen benutzen und außen mit einer Unterspannbahn und Hinterlüftung arbeiten.

      Ich denke eine Hinterlüftung ist nicht nur gut dafür, dass die Feuchtigkeit aus der Dämmung kann, sondern auch damit das Holz auch von hinten immer gut abtrocknen kann, wenn es mal feucht wird.

      Ob normales z.B. Birkensperrholz aw 100 nur mit Leinöl behandelt auf Dauer witterungsfest ist würde ich bezweifeln.


      Ich denke ein Holzständerwerk ist eine gute Wahl, da die Wärmeleitfähigkeit sehr viel geringer ist, als die von Metall. Dadurch sind die Kälte oder auch Wärmebrücken weniger gravierend.

      Korrigiert mich bitte falls da etwas nicht stimmt.
    • Hinterlüftung ist ein ewiges Thema. Ich kann dazu nur meine Meinung abgeben.

      Generell halte ich sie für sinnvoll, nur ist die Frage, ob sie notwendig ist. Meines Erachtens hängt es weniger von der Dichte der inneren Dampfbremse sondern ebenso wichtig von der Durchlässigkeit der Außenfassade ab. Nach u-wert.net kann die Wand dann auch gut austrocknen.

      Ich möchte die Wand ohne HL bauen, brauche so auch nicht a.d. Insektenschutz zu denken. Dafür plane ich einen möglichst großen Dachüberstand, der für den Transport u.U. entfernt werden muss.

      Beim Dach plane ich mit HL.
    • Ich kenne ein Haus mit Hinterlüftung. Das wollte ich mit meiner Freundin kaufen. Ein befreundeter Architekt hatte sein OK gegeben. Es war ein Fertighaus aus den 80gern. Ich habe dem Braten nicht getraut und ganz viel im Inet recherchiert... Mit Erfolg ... Ich habe hinter die Hinterlüftung geschaut. Alle Balken quatsch nass. Die konntest Du auswringen wie ein Handtuch und es war kein Schmuddelwetter aber auch nicht Hochsommer. Innen war alles super weil es PE-Folie unter dem Gipskarton / Holzplatten gab. Die Füllung war Steinwolle alles zusammengefallen und naß. Gott war ich froh, dass ich das vor Kauf gefunden habe. Die Freundschaft ist seitdem sehr belastet, eigentlich beendet. Er ist halt ein "mir san mir" und ich denke mir da bescheiden, "ich bin ich" und glücklicherweise nicht reingefallen.

      Ich sehe das mit der Hinterlüftung -- vielleicht sehr naiv -- so: Von innen soll keine Feuchtigkeit in die Wand. Was von aussen rein geht, geht bei hinreichend Wärme auch wieder raus. Ganz wichtig ist, dass die Dämmung lebenslang die Feuchte transportiert und nicht zusammen fällt. Genau deswegen lasse ich die Finger von Styropor, Stein- und Glaswolle. Und ich würde nie eine Enev Isolierung machen. Die Aussenhülle braucht ein bischen Wärme um nach feuchtem Wetter abzutrocken. Nicht viel aber etwas. Gegenüber haben wir eine Turnhalle, voll Enev. Die ganze Fassade ist algig/schimmelig/braun schimmernd nach 5 Jahren. Da können die Enev-Experten mal in der Freizeit streichen kommen und Farbe spendieren. Man sieht genau wo die Dübel von der Dämmung sitzen. Die leiten ein bissel Wärme nach aussen. Das reicht das nix gammelt.

      Tut mir leid, so ein Scheiß macht mich wütend. Da verdienste einen Arsch voll Geld und die Hälfte geht für Steuern drauf. Und davon wird dann so ein Mist bezahlt. Und ich selbst ächze unter den explodierten Immobilienpreisen, Krankenversicherungen, ..., Es ist erbärmlich, dass ein wirklich gutes Ingenieursgehalt nicht mehr reicht, um ein ordentliches Haus mit Grund und Boden für seine Familie zu kaufen. Aber heute gab es auch etwas gutes, die Müllgebühren sind um 2Eur/Monat gefallen. Da braucht es jetzt noch 500-mal und dann klappts auch wieder.
    • Hier auch noch meine Anmerkungen zum Konstruktionkonzept beim Tinyhaus:

      Da es beim Tinyhaus darum geht, verschiedene sich teilweise widersprechende Anforderungen unter einen Hut zu bringen, darum würde ich mich nicht unbedingt zwischen Holz- oder Rigipsständern, sondern je nach Nutzungskonzept evtl. für unterschiedliche Holz- und Rigipsständer entscheiden.
      Beispiel: Will ich mein Tinyhaus als Wohnwagen zulassen, dann könnte ich die solide Konstruktion des Hängers in die Planung mit einbeziehen. Dann bräuchte ich keine starken horizontalen Träger. Will ich es jedoch als Last bewegen und auch mal vom Hänger abheben, dann wären mir die horizontalen Hölzer viel wichtiger als die vertikalen. Für die würde ich mindestens 8 x 10 cm wählen und mich insbesondere beim Überbau der Räder und über breiten Fenstern und Türen eher für zu viel als für zu wenig entscheiden.
      Die Traglast der vertikalen Stützen würde ich so bescheiden wie möglich wählen, weil der Gesamtverband der Wände, nicht die einzelnen Ständer für die notwendige Stabilität sorgen. Ich würde deshalb bei den Ständern unter Plattenstössen beim üblichen Maß von 6 x 8 cm bleiben, damit die Schrauben oder Nägel nicht zu nah am Rand des Holzes fassen und benachbarte Befestigungsmittel mit jeweils etwas seitlichem Versatz ins Holz greifen können.
      Die übrigen Ständer würde ich so schwach wie irgend möglich wählen, weil zu viel Festigkeit und Masse hier nichts bringt. Je leichter der Ständer ist, desto besser ist er in der Regel unter Schallschutzgesichtspunkten. Denn der Schallschutz wird beim Tinyhaus ja nicht über das Gewicht der Wand, sondern über die möglichst geringe Biegesteifigkeit erreicht.
      In den Ecken würde ich nach Möglichkeit statt starker Kanthölzer lieber schwächere mit etwas Abstand zu den Ecken und direkt in den Ecken eher schwache Leisten montieren, um so diesen Bereich ebenfalls isolieren zu können
      Um ein Absacken der weichen Dämmung zu verhindern würde ich in den Feldern horizontale Leisten zur Stabilisierung mit einbauen.

      Wobei ich sowieso starre chemische Dämmplatten aus Styrodur oder PUR für ökologisch sinnvoller halte als Dämmmatten aus Naturprodukten. Mit PUR erreiche ich bei gleicher Stärke einen geringeren Wärmeverlust als mit Fasermatten aus Holz oder Wolle. Ich denke, dass der Natur damit mehr gedient ist.

      Bezüglich einer Hinterlüftung würde ich die zwei Zentimeter lieber für zusätzliche Dämmung in Verbindung mit einer Dampfbremse als für die Luftzirkulationsschicht nutzen.

      Und als äußerste Schicht ist Lärchenholz eh schöner als alles andere. Weil es sehr witterungsbeständig ist, darum ist eine Imprägnierung eigentlich nicht nötig. Oder allenfalls aus optischen Gründen. Wobei ich persönlich die ungleichmäßige silbergraue Verwitterung durchaus schön finde. Wichtig ist lediglich die Wahl eines möglichst festen splintfreien Holzes.

      Gruß Udo
    • Auf Wagendorf.de hat auch mal jemand von einer feuchten Isolierung hinter der HL berichtet. Ich muss zugeben, dass mir unklar ist, wie das passieren kann, wenn die Wand richtig hinterlüftet ist, wird Feuchtigkeit nach meinem Verständnis abführt. Vielleicht kann ja jemand das "Paradoxon" erklären.


      stk schrieb:


      Und ich würde nie eine Enev Isolierung machen. Die Aussenhülle braucht ein bischen Wärme um nach feuchtem Wetter abzutrocken.
      Als Laie glaube ich nicht, dass die Wärme zum Trocknen von der Heizung kommen muss. Dass sollte m.E. die Sonne im Sommer machen.

      Kritik gegen die EnEV kann ich bei alten Steinhäusern mit feuchten Wänden verstehen. Aber meinst Du das auch im Bezug auf TH? Außer schlecht isolierendes Vollholz sehe ich da wenig Alternative zu einer Isolierung mit inneren Dampfbremse (gerne variabel). Willst Du es anders machen? Gut, mann muss das U-Wert Ziel nicht einhalten (geht auch schlecht mit Naturdämmung) aber vom Bauprinzip her?
    • Natürlich gibt es schadhafte hinterlüftete Fassaden. Als Schindelmacher habe ich früher nicht nur viele Holzfassaden und -dächer gebaut, sondern auch viele Konstruktionsfehler gesehen.

      Man sollte aber unterscheiden. Dass eine gedämmte Fassade feucht ist bedeutet nicht, dass das System nicht funktioniert. Im Gegenteil liegt der Schaden meist daran, dass jemand das System nicht verstanden hat.

      Auf YouTube gibt es zum Beispiel eine deutschsprachige Videoserie von ein paar Jungen, die ihren Tinyhausbau dokumentieren. Die zeigen in einem Film auch, dass sie den Hinterlüftungsbereich oben und unten mit einer horizontalen Leiste verschlossen haben. Sie begründen das damit, dass die eingeschlossene Luftschicht für eine zusätzliche Isolierung sorgt.
      Das ist natürlich Quatsch.

      Man muss sich klarmachen, dass die äußere Fassadenhaut nur dazu dient, Schlagregen von der eigentlichen Wand abzuhalten und zusätzlich einen Schacht zur Erzeugung eines trocknenden Luftstroms zu bilden. Dazu bedarf es eines Schlitzes zum Entweichen der feuchten Luft. Nicht nur unter dem Dach, sondern evtl. auch unter breiten Fenstern und Vorbauten. Wenn das Entweichen der Luft nicht möglich ist, dann staut sich auch die Feuchtigkeit an den neuralgischen Punkten. War bei den früher modernen dicht schließenden Faserzement-Fassadenplatten häufiger der Fall. Die Feuchtigkeit sorgt dann dafür, dass die Dämmung nass und schwer wird, absackt und so die Schadensursache noch verstärkt.

      Dabei muss der Fehler gar nicht beim Haus- oder Fassadenbauer liegen. Sehr gerne wurde auch der Sockelbereich der Häuser vom Bauherrn selbst nachträglich aufgedoppelt und dadurch die Hinterlüftung der Fassaden verhindert.

      Fazit: Beim normalen Haus ist eine richtig hinterlüftete Fassade eine gute Sache. Beim schmalen Tinyhaus würde ich den Platz aber lieber anders nutzen.

      Gruß Udo
    • Neu

      Hallo, also ich muss jetzt doch noch mal wegen der EnEV nachfragen, weil hier die meisten Wände mit sehr hohen U-Werten einplanen. (Mein Wandaufbau übrigens auch :whistling: )
      Auf tiny-houses.de steht folgendes: "Nach der deutschen Energieeinsparverordnung ist bei Errichtung, Änderung und Erweiterung von Gebäuden ein Energiebedarfsausweis auszustellen. Da Tiny Houses nicht die hiervon betroffene Mindestnutzfläche (über 50 qm) ausweisen, sind sie als „kleine Gebäude“ von dieser Pflicht ausgenommen (§ 8 EnEV 2014).

      Allerdings sind die in Anlage 3 zu §§ 8 und 9 EnEV 2014 aufgeführten Wärmeschutz-Anforderungen an die Außenhülle zu erfüllen – welche jedoch in einem Bereich liegen, der ohnehin mit den meisten gängigen Baustoffen und Dämmmethoden erreicht wird. So liegt der maximal zulässige Wärmedurchgangskoeffizient für Außenwände bei 0,24 W/(m²·K) und für Fenster bei 1,30 W/(m²·K)."

      ... Und Türflächen von Außentüren dürfen einen Wärmedurchgangskoeffizienten von 1,8 W/(m2 · K) nicht überschreiten.

      Also wie ich es verstehe darf man die Wärmedurchgangskoeffizienten nicht überstreiten.... oder hab ich was übersehen? ?(
    • Neu

      Meines Erachtens ist folgende Aussage von tiny-houses.de bezogen auf TH auf jeden Fall falsch: "der ohnehin mit den meisten gängigen Baustoffen und Dämmmethoden erreicht wird". :(

      Ansonsten behauptet Dietmar in Aerogel Dämmung dass auch die Aussage falsch ist, dass man einen U-Wert von 0,24 im TH braucht. :)

      Das einzig relevante ist aber, was genau im geltenden Gesetz steht (ist das bundesweit einheitlich?). Und da habe ich selbst noch nicht nachgesehen. Ich hoffe aber sehr, dass Dietmar Recht hat! :) Mittelfristig will ich auch mit Baugenehmigung stehen. Ich dämme mit 100mm Holzfaserdämmung. Wenn ich die Fassade entferne kann das durch Resol ersetzen und komme i.d. Wänden unter die 0,24. Kostet ca. 2000€ und die alte Dämmung wird wohl auch kein zweites Leben mehr bekommen. Mir ist aber unklar, ob man mit Resol oder einer der wenigen ähnlich guten Dämmungen ein Ständerwerk dämmen kann, ob es sich also entsprechend gut zuschneiden lässt.

      Für mich (Holzofen und Kaltschläfer) macht eine extrem gute Dämmung m.E. keinen Sinn. Da dämme ich lieber moderat (U-Wert, Kosten, Dicke) mit Naturdämmung. Darum erspare ich mir bisher auch das Durcharbeiten der Gesetzestexte.

      Ist es nicht so, dass man den U-Wert auch mit Solar kompensieren kann? Die Idee von Solar-Warmluft DIY fasziniert mich immer mehr.

      Für eine fundierte Diskussion (auf Basis der Gesetzestexte) würde sich aber ein eigener Thread lohnen.
    • Neu

      @Fifee,

      Du übersiehst, dass die ENEV für Wohngebäude gilt. Wohngebäude sind zum dauerhaften Bewohnen bestimmt.
      Tinyhäuser zum vorübergehenden Bewohnen unterliegen der Bestimmung nicht.
      Und das dauerhafte Bewohnen eines Tinyhauses widerspricht in der Regel und je nach Standort sowieso den unterschiedlichsten Normen.

      Unter rechtlichen Gesichtspunkten würde ich mir also keine großen Gedanken über die Dämmung machen. Wohl aber unter dem Gesichtspunkt der Energieersparnis aus ökonomischen und ökologischen Gründen.

      Gruß Udo