Freizeitgrundstück für Tiny House in Loisachtal (Bayern)

    • Freizeitgrundstück für Tiny House in Loisachtal (Bayern)

      Mein Name Harry, bin seit heute unter Coe-Con registriert. Falls ich mit nachfolgendem Thema in der Gruß-Box falsch liege bitte ich mir das zu verzeihen.

      Vorgeschichte:
      Ich habe im schönen Loisachtal - südlich von Gelting-Geretsried - ein großes, eingezäuntes Grundstück (6.316 qm) mit Obstbäumen, einem Moorbach und viel Natur darum herum, welches ich derzeit als Freizeitgrundstück nutze. Zum Grundstück führt eine geteerte Stichstrasse. Auf dem Grundstück steht ein großes, landwirtschaft. Nebengebäude (ehem., große Scheune L 12 x B 14 m Grundfläche, H 9,55 m) mit zwei kleinen Wirtschaftsräumen, die von mir im Jahr 2010 zu einer 28 qm Wohnung verbunden wurden. Da hier früher eine privilegierte Pferdezucht mit Wasser- und Stromanschluss - durch meine Eltern existierte -, wurde ich, nach dem Erbe der Grundstücksfläche vom Bauamt (Lkr. Bad Tölz - WOR) gezwungen eine Kleinkläranlage (ausgelegt für 4 Personen-Einheiten) zu bauen. Kosten € 12.000. Danach hat das Bauamt von mir verlangt den kleinen, 28 qm Wohnbereich zurück zubauen, da im Außenbereich liegend. Nachdem Verhandlungen mit dem Bauamt zu keinem Ergebnis führten, habe ich beim bayerischen Landtag mit einer Fall-Schilderung über eine PETITION den Bestand inkl. der kleinen Wohnung, bis auf weiteres, erfolgreich durchsetzen können.
      Zum Thema:
      Altersbedingt ist mir die Grundstückspflege und Bewirtschaftung dort allmählich zu viel. Ich plane daher, von diesem Grundstück - eine Wiesenfläche mit ca. 2400 qm mit eigener Einfahrt u. vorbereiteter Infrastruktur - zu einem qm Preis von € 68,75 pro qm zu verkaufen. Die qm-Preise für solcherlei Flächen variieren im Landkreis zwischen € 60 bis € 80. Diese Grundstücksfläche ist wegen der, in unmittelbarer Nähe gelegenen, guten Infrastruktur (Strom-Wasser-Abwasser Anschlüsse problemlos machbar), ideal für ein TINY HOUSE Projekt. Es liegt zwar im Außenbereich (§ 35 des bayer. Baugesetzbuches), dort wohnen jedoch in verschieden Häusern bzw. ausgebauten ehem. Scheunenteilen, schon seit Generationen, ca. 40 Menschen.
      Die rechtliche Situation:
      Die rechtliche Situation zum Thema "Stellplatz für Wohnwagen / evtl. Tiny Houses" ist in Bayern leider unklar. Die Rechtsdarstellung im diesem Forum macht zwar vieles transparent, aber in Bayern ist es wohl auch von dem jeweiligen Bauamt und dessen Einstellung abhängig, ob man einen - TÜV zugelassenen, mobilen Wohnwagen / Tiny House auf Rädern - auf einem Freizeitgrund mit guter Infrastruktur aufstellen und zeitweise (nicht zum dauerhaften Wohnen) nutzen darf. Ich habe dazu selbst einige rechtliche Details zusammengetragen, sehe aber auf Sicht die Notwendigkeit einer fundierten rechtlichen Prüfung für den bayerischen Raum oder auch andere Bundesländer. Nur so lässt sich eine Rechtssicherheit herstellen.

      Nachdem ich zwischenzeitlich selbst ein > Fan der Tiny House Idee < bin könnte ich mir vorstellen, das aus diesem Forum heraus, eine solche rechtlich Prüfung auf den Weg zu bringen. Evtl. ist eine Kostenteilung durch Interessenten für ein solches "Rechtsgutachten" machbar ?? Was meint Ihr dazu ??

      MfG Harry / Coe-Con

      P.S. Es gibt ein Exposé zum Freizeitgrundstück. Maile ich auf Wunsch gerne per E-Mail an Interessenten (.pdf-Datenformat).
    • Tiny House auf Freizeitgrundstück / rechtliches:
      Die Ausarbeitung der Rechtslage "Tiny House auf Freizeitgrundstück" von DietmarS68 gefällt mir sehr gut. Die Rechtslage, bisher meist nur zum Thema "Wohnwagen auf Freizeitgrund" untersucht, ist jedoch von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Mit entscheidend für eine rechtliche Beurteilung ist sicher auch die örtliche Lage des Grundstücks, die Infrastruktur (Straßenanbindung, Naturschutz, Wasser- u. Abwasser, evtl. Stromanschluss, etc.) und die bisherige Nutzung des Grundstücks, sowie die Frage, ob das Tiny House als Dauerwohnsitz oder nur zum zeitlich begrenzten Wohnen genutzt wird.
      Nach einer Recherche im Internet habe ich eine Beurteilung aus dem Jahr 2014 unter > www.frag-einen-anwalt.de < gefunden, die zumindest für den bayerischen Raum aussagekräftig zu sein scheint.
      Ich bin nach wie vor der Ansicht, dass eine Rechtssicherheit nur durch Prüfung mittels Fachanwalt ein verwertbares Ergebnis bringt. Ich plane daher, für das von mir angebotene Freizeitgrundstück "siehe unter Coe-Con" eine Anfrage bei frag-einen-anwalt.de zu starten. Werde Euch berichten sobald eine Antwort vorliegt. Als .pdf-Anlage meine bisherige, kleine Recherche zur Rechtssituation. MfG Harry / The Coe-Con
      Dateien
    • Hallo Harry,

      erst einmal danke für dein netten Worte zu meiner Ausarbeitung.

      Zunächst zu der oben erwähnten "Rechtslage zum Thema Wohnwagen auf Freizeitgrund", dazu kann ich nur sagen: Da es keinen rechtlich bindenden Begriff des Freizeitgrunds gibt, kann auch keine rechtlich bindende Grundlage zu diesem Thema existieren, weder in Bayern noch in einem anderen Bundesland!

      Rechtlich bindend ist, als was das Grundstück im Flächennutzungsplan/Bebauungsplan eingetragen ist. Also z.B. Außenbereich, Innenbereich, Sondergebiet, Landwirtschaftliche Nutzfläche etc., somit legt dann die BauNVO fest, als was das "Freizeitgrundstück" genutzt werden kann, und zwar in allen Bundesländern, da es sich um ein Bundesgesetz handelt.

      Als nächstes, im oben erwähnten Fall geht es darum einen Wohnwagen lediglich abzustellen. Wenn dies langfristig geschehen soll, dann fällt es im Baurecht unter die Errichtung eines Stellplatzes. Solch ein Stellplatz ist in den meisten Fällen ein verfahrenfreies Bauvorhaben. Wie der Anwalt richtig erklärt hat, ist das reine Abstellen des Wohnwagens in den meisten Fällen rechtlich unbedenklich, so lange der Wohnwagen weder ans Versorgungsnetz angeschlossen wird bzw. bewohnt wird.

      In dem Fall deines eigenen Grundstücks werde ich erst garnicht auf die bayrische Bauordnung eingehen, da schon allein das Bundesrecht eine ziemlich eindeutige Rechtslage aufzeichnet.
      Du schreibst das dein Grundstück im Außenbereich liegt, somit ist das Aufstellen eines TH/Wohnwagen, um dort ständig oder auch nur zeitweise zu leben, völlig ausgeschlossen! Die Rechtslage ist da eindeutig, der einzige Ausweg wäre, das Grundstück im Bebauungsplan zu ändern.
      Denkbar wäre z.B. ein Sondergebiet zur Erholung mit der Erlaubnis zum dauerhaften Wohnen, dann könntest du einen kleinen "Campingplatz" dort errichten, oder das Grundstück als Mischgebiet eintragen lassen um dort legal bauen zu dürfen.

      Über die bereits dort befindlichen Gebäude und deren Bewohner brauchst du erst garnicht nachzudenken, denn wie im obrigen Fall vom Anwalt richtig beschrieben, fallen diese unter den so genannten passiven Bestandschutz. Sie dürfen dort leben und ihre Gebäude auch renovieren etc. jedoch jeglicher "Neubau" ist auch ihnen strikt untersagt. Du hast ja selber schon Ärger bekommen und im Rahmen des Bestandsschutz die Erhaltung durchsetzen können. Einen Neubau, z.B. eines TH wirst du mit dieser Regelung allerdings nicht durchsetzen können.

      Gruß
      Dietmar
    • Hallo Dietmar,
      danke für Deine weiteren Hinweise zu der Rechtslage "Rund ums Tiny House". Meine Recherche über "frag-den-Anwalt" hat im Prinzip eine ähnliche Rechtsdarstellung als Ergebnis gebracht. Es ist jetzt mein Bestreben bei der Stadtverwaltung Geretsried u.dem Bauamt Bad Tölz-Wolfratshausen eine Einstufung meines Grundstücks als Sondergebiet zu bekommen. In meiner Gegend hat sich bereits eine "Tiny House-Interessengruppe" formiert die in dieser Sache bereits aktiv ist. Mal sehen wie es weitergeht, ob die Behörden zu überzeugen sind.
      Gruß Harry / The CoeCon