Verankerung - Tiny House am Anhänger - Möglichkeiten?

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    • Hallo Helge,
      ich hatte vor kurzem ein Gespräch mit Herrn Pedersen von RollingTH.
      Er bietet für seine TH generell eine Karossertiestatik an. Das ist ja erst einmal eine Super Basis. Darauf aufbauend ist eine Gebäudestatik auch "leichter" zu erstellen.
      Aber wenn ich so lese, was euer DEKRA-Prüfer schreibt ... Wird das so konsequent von jedem Prüfer durchgezogen?
      Das scheint ja sicher zu sein, zumindest für die Straße.
    • sigi wrote:

      Aber wenn ich so lese, was euer DEKRA-Prüfer schreibt ... Wird das so konsequent von jedem Prüfer durchgezogen?
      Das scheint ja sicher zu sein, zumindest für die Straße.
      Ist eine spezielle Abteilung bei DEKRA. TÜV macht sowas auch. Das wird nicht an jeder Station gemacht. Ursprünglich ist das Angebot für Speditionen gedacht.

      Gruß
      Helge
      tiny houses mit ökologischem Anspruch in erstklassiger handwerklicher Ausführung
      villa-on-wheels.com
    • Hallo Sigi,

      sigi wrote:

      Aber wenn ich so lese, was euer DEKRA-Prüfer schreibt ... Wird das so konsequent von jedem Prüfer durchgezogen?
      Da muss man ja auch genau beachten worum es geht. Was Helge hat machen lassen, war eine Abnahme der Ladungsssicherung, also ein Tiny House, das als Ladung auf einem Trailer transportiert wird. Sie dient als Nachweis, das die Ladung auf dem Trailer ordnungsgemäß gesichert wurde.

      Bei einer Wohnwagenzulassung (änderungsabnahme des Trailers) wird das nach meiner Kenntnis (noch) nicht automatisch geprüft. Hier kommt die von Peter Pedersen beworbene Karosseriestatik ins Spiel, das machen die TH Hersteller aus Kostengründen zur Zeit nur bei "Serienmodellen". Aber das könnte sich in Zukunft ändern, so das jedes THoW mit Wohnwagenzulassung sich solch einer Prüfung unterziehen muss.

      Gruß
      Dietmar
    • sigi wrote:

      Ich habe den Eindruck, dass viele Selbstbauer nicht genau wissen, worauf sie sich einlassen.

      Ich darf natürlich nichts dagegen haben, wenn man sich in Eigenleistung 4 Wände zusammenschraubt und das sein Wohnhaus nennt, frei nach dem Motto:"mir reicht das". Auch darf ich nichts dagegen haben, wenn ein TÜV- oder DEKRA-Prüfer ein selbstgebautes TH abnimmt und als Fahrzeug für den Straßenverkehr freigibt, ohne eine Karosseriestatik zu verlangen. ... aber ob das gut ist, wenn es gerade so "reicht".
      Nur weil man ein Tiny nicht gewerblich baut oder keine technische Zeichnung vorweist, muss das ja nicht heißen dass man qualitativ schlechter arbeitet. Oder??? Ich mag solche Verurteilungen einfach nicht. Ich stimme der Wichtigkeit der Ladungssicherung auf jeden Fall zu. Daher machen wir uns ja auch schon so lange Gedanken darüber.. Aber weil unseres auch wirklich abnehmbar werden soll, gibt es ein paar Sachen mehr zu beachten. Bei den meisten ist es zwar technisch möglich, aber in der Umsetzung (wie z.B. die Gefahr beim Lösen einen Haltebolzen zu verbiegen) sehr groß.
    • Hallo Sandy,
      aus meiner Erfahrung heraus musste ich mal ein bisschen Klartext reden. Ich bin nun schon seit einiger Zeit hier im Forum unterwegs.
      Ich habe wirklich nichts gegen Eigenleistung. Im Gegenteil, ich unterstütze Menschen die selbst mit anpacken und gönne ihnen die Vorteile, wie z.B. die Kosteneinsparung. Genau so würde ich das ja auch machen. Ich habe nur etwas gegen übertriebene "Blauäugigkeit" und "Naivität". Das Thema "Tiny-House-Romantik" taucht öfter im Forum auf. Ja das ist ja alles ganz nett. Aber Ziel dieses Forums ist es, diese Träume mit Leben zu erfüllen. Ich biete meine Kompetenz im Bereich Bauplanung an. Mit meinem Statiker habe ich vereinbart, dass wir auch komplette Tragwerksplanungen für Tinyhäuser erstellen. Rolling Tinyhouse rechnet für seine Tinyhäuser eine Karosseriestatik. Das sind alles sehr gute Ansätze, die meiner Meinung nach aber zu wenig genutzt werden. Selbst bei professionellen Anbietern geht es in erster Linie um Verkauf. Eine ordentliche Planung der angebotenen Tinyhäuser sehe ich oft nicht. Die meisten Forummitglieder stecken in der Planungsphase, müssten sich also jetzt die richtigen Partner dafür suchen. Neulich bekam ich einen Anruf, ob ich eine Statik für ein TH rechnen kann. Ja, gerne hätte ich das gemacht. Es stellte sich aber leider heraus, dass das Haus schon gebaut war. Schade! Da ging natürlich nichts mehr. Ihr müsst euch ja auch nicht alle Infos aus dem Netz suchen. Beauftragt doch ein Architektur- oder Ingenieurbüro mit der Planung eures Hauses. Mich könnt ihr gern per PN kontaktieren.

      Gruß sigi
    • Moin,

      darf ich mich mal als Neuling mit einer Frage dran hängen, wir beabsichtigen nächstes Jahr ein Tiny House zu bauen. Es war bis dato mein Verständnis, das Dass Haus auf dem Anhänger "Ladung" ist und in Breite Höhe und Gewicht sowie natürlich in Bezug auf die Ladnungssicherung den Vorschriften entsprechen muss.

      Was ich jetzt nicht Verstehe ist, was hat der TÜV bzw. Dekra damit zu tun ?

      Danke, Gruß

      Reno
    • Renovatio wrote:


      Was ich jetzt nicht Verstehe ist, was hat der TÜV bzw. Dekra damit zu tun ?
      TÜV und DEKRA bieten Abnahmen für Ladungssicherung an. Das ist völlig freiwillig und hat nichts mit der verpflichtenden Hauptuntersuchung zu tun.

      Schönen Gruß
      Helge
      tiny houses mit ökologischem Anspruch in erstklassiger handwerklicher Ausführung
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    • Moin Reno,

      wenn man ein Tiny House auf Rädern baut, dann gibt es 2 Varianten.

      Variante 1: Die Wohnwagenzulassung
      Bei der Wohnwagenzulassung wir das Haus fest und möglichst untrennbar mit dem Trailer verbunden. Trailer und Haus bilden dann eine Einheit. Dadurch verliert der Trailer seine Anhängerzulassung und muss bei TÜV/Dekra neu als Wohnwagen zugelassen werden.
      Da in diesem Fall das gesamte Haus straßenverkehrsrechtlich zum Fahrzeug wird, müssen die Abmessungen der StVO eingehalten werden.
      Die meisten kommerziellen TH-Hersteller bauen in dieser Variante.

      Variante 2: Das Tiny als Ladung auf dem Trailer transportieren
      Bei der Ladungsvariante wird das Haus als Ladung auf einem Trailer transportiert. Vorraussetzung ist dabei, dass das Haus mit Bordmitteln vom Trailer abgenommen werden kann, es muss also eine "einfach" zu lösende Verbindung des Haus mit dem Trailer hergestellt werden.
      In dieser Variante bleibt der Trailer weiterhin ein Trailer und nur der wird auch bei TÜV/Dekra zugelassen. Es empfiehlt sich jedoch, sich über die Ladungssicherung von TÜV/Dekra ein Zertifikat ausstellen zu lassen, dass diese den gesetzlichen Vorgaben entspricht (es macht bei einer Kontrolle sehr vieles einfacher).
      Vorteil dieser Variante, da der Trailer nicht verändert wird und seine Zulassung behält, kann die Ladung auch breiter sein als die 2,55 cm Fahrzeugbreite. Bis 3m Ladungsbreite bekommt man recht einfach eine Genehmigung für die breite Ladung.
      Diese Variante wird bei Selberbauern immer beliebter.

      Gruß
      Dietmar
    • Hallo Stefan,

      das läßt sich so pauschal nicht beantworten. Ich könnte jetzt einfach sagen, "genug U-Bügel das es für eine ausreichende Sicherung des Hauses auf dem Trailer reicht".

      Also besser zuviele als zuwenig. Wie viele du jetzt genau für DEIN Haus auf DEINEM Trailer benötigst, das kann dir nur ein Statiker genau berechnen. Es hängt einfach von zu vielen unterschiedliche Faktoren (Material des Bügels, Festigkeit des Bügels, Platzierung der Bügel, Gewicht des Aufbau, verwendete Holzart, usw.), das dir niemand hier mit gutem Gewissen eine Zahl nennen könnte.

      Gruß
      Dietmar
    • Hallo Felzensolar,

      wir hatten im Forum ja schon mal die Diskussion bzgl. "Statiker", ich weiß das diese Bezeichnung nicht korrekt ist und um einmal in den Klugscheißmodus zu schalten, die Berufsbezeichnung Statiker gibt es garnicht, es ist lediglich ein umgangssprachlicher Begriff für Ingenieure die zumeist statische Berechnungen durchführen.

      Da es sich hier aber hauptsächlich um Dynamik und weniger um Statik handelt, ist die korrekte Bezeichnung für eine Person, die diese Berechnungen der U-Bügel durchführen kann, "Fachingenieur für Karroserietechnik im Fahrzeugbau".

      Einfach zum TÜV /Dekra hinfahren um die Befestigung absegnen lassen, ohne vorher ein paar Berechnung durchzuführen, halte ich für keine so intelligente Idee. Was machst du denn, wenn TÜV/Dekra sagen, die Befestigung ist nicht ausreichend? Zerlegst du dann das komplette Tiny wieder um weitere U-Bügel einzubauen?
    • Hallo,

      Ich habe den Aufbau auf meinem Expeditionsmobil (Steyr12m18) mit Twist locks befestigt - hält nun schon 30.000km, davon 10.000k Offroad durch Wüsten und 1000ende ausgetrockneter Flusbetten.
      Wäre es nicht das einfachste den unteren Rahmen an den Ecken mit 4 Twistlocks zu versehen?
      Diese wären leicht per Hand zu lösen und alles daruf gilt als Ladung, ist lange bewährt und hält auch 60t aus. Den Nachteil der Kältebrücke bringt es mi sich, jedoch sind die Locks nicht allzu groß und lassen sich dämmen.
      Was haltet Ihr davon?
    • @ColeTrikle

      Genau das was ich immer wieder sage, wer sein Tiny als Ladung baut sollte auf Twistlocks zurückgreifen. Es ist die einfachste und sicherste Art die Ladung zu fixieren, am besten mit einem Stahlrahmen im Unterboden.
      Außerdem lässt sich über die Twistlocks das Tiny dann auch leicht mit Hubstützen vom Trailer abnehmen.
    • DietmarS68 wrote:

      @ColeTrikle

      Genau das was ich immer wieder sage, wer sein Tiny als Ladung baut sollte auf Twistlocks zurückgreifen. Es ist die einfachste und sicherste Art die Ladung zu fixieren, am besten mit einem Stahlrahmen im Unterboden.
      Außerdem lässt sich über die Twistlocks das Tiny dann auch leicht mit Hubstützen vom Trailer abnehmen.
      Das ist der perfekte Punkt für meinen Einstieg hier im Forum, weil ich gerade genau darüber mit meinem Metallbauer des Vertrauens gesprochen habe ;)

      Mein Plan war genau das das, also Twistlocks in den Hänger schweißen und den Grundrahmen aus Stahl. Da man beim Einschweißen der Locks in den Hänger aber etwas verändert müsste doch die TÜV-Zulassung mit der der Hänger praktischerweise ab Werk kommt erlöschen oder?

      Und weil die Twistlocks zwar oberpraktisch aber auch schwer sind, sind wir gerade in der Überlegung Verzurrösen an den Rahmen zu schweißen und einfach mit etwas dickeren Spanngurten um den Trailer zu gehen. Denn obgleich die 3,5t für mich viel klingen, scheint das für einen vernünftigen Spanngurt ein sehr überschaubares Gewicht zu sein.
    • jujo wrote:

      Da man beim Einschweißen der Locks in den Hänger aber etwas verändert müsste doch die TÜV-Zulassung mit der der Hänger praktischerweise ab Werk kommt erlöschen oder?
      Nein, die Zulassung erlischt nicht. Du bringst ja lediglich Transportsicherungen am Hänger an, so wie z.B. auch zusätzliche Zurrösen. Der Anhänger bleibt dadurch ja weiterhin ein Plattformanhänger, so wie er es vorher auch war, nur halt eben mit angeschweißten Transportsicherungen.

      jujo wrote:

      sind wir gerade in der Überlegung Verzurrösen an den Rahmen zu schweißen und einfach mit etwas dickeren Spanngurten um den Trailer zu gehen.
      Spangurte gehen natürlich auch, dabei solltet ihr aber einen Blick in die VDI 2700 werfen, dort ist vorgegeben wie Ladung ordnungsgemäß auf dem Trailer verspannt werden muss zur Ladungssicherung.