THoW mit 5-8t + Wechselbrückensystem

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    • THoW mit 5-8t + Wechselbrückensystem

      Hallo alle zusammen. Bin seit heute neu hier. Ich studiere Architektur und mache gerade zum Thema "Sustainable Living in a Tiny House in Europe" meine Bachelorthesis.
      Doch die ist auch gleichzeitig mein Tiny House, dass ich dann auch danach bauen möchte. Es soll nahezu komplett Autark sein, gesunde Baumaterialien nutzen, aber auch mobil sein. Sprich man soll auch damit 1 Jahr durch Europa reisen können. Ich bin gerade in der Anfangsphase und suche den optimalen Anhänger.
      Ich komme nun zum folgenden Problem:

      1. Ich habe nämlich viele Anhänger verglichen und ich empfinde, dass ein "Drehschemelanhänger" für eine stabile fahrt eine bessere Lösung ist als der übliche Stardeichselanhänger (wie z.b. Vlemix den anbietet). Dieser sollte am besten eine max. Höhe von 50 cm haben.
      Da mir gute und nachhaltige Materialien wichtig sind + ich ein komplett Autarkes System anstrebe, werde ich über 3,5t bauen. Somit werde ich wohl nicht über eine Sonderanfertigung herum kommen.



      2. Meine viel wichtigere Anforderung an mein Tiny House ist, dass es sich von Anhänger leicht lösen lässt, damit ich einfach es zum TÜV bringen kann und reparieren kann. Ich möchte das mit 6 eingebauten "Wechselbrückenkoffer" und den dazugehörigen "Kurbelstützen" (Tragkraft je Stütze
      1000 kg) mein Tiny House anheben können. Befestigen würde man die Stahlkonstruktion auf dem das Haus steht mit dem Anhänger durch 4x eingebaute Containerschrauben.
      Unten ein paar Bilder zur Verdeutlichung für das Wechselbrückensystem.
      So soll es funktionieren! Wie in dem Video zu sehen nur halt, dass der Anhänger für 5-8t zugelassen ist: youtube.com/watch?v=_jxd2Ohj-AY


      3. Anforderung, eher wichtig, aber hier bin ich am ehesten bereit Kompromisse einzugehen. Er sollte 60-80 km/h fahren können.

      4. Da man wie ich jetzt verstanden habe nur bis 3,5t eine Kugelkopfkupplung benutzen darf, müsste der Anhänger auch eine Maulkupplung oder ähnliches haben.
      Also die müsste dann auch eingebaut werden, mit entsprechender Bremse. Am optimalsten wäre es, wenn man die Kupplungen tauschen könnte mit einer Kugelkopfkuplung, um auch mit dem PKW den zu befördern, wenn man nur den Anhänger transportieren würde.


      So nun meine Frage. Wer kann sowas bauen?

      Kennt jemand eine Firma die Tiny House baut und solche Sonderaufträge baut. Am liebsten eine die mit dem Tiny House - Bau Erfahrungen hat, weil die genau wissen, was man Statisch im Anhänger beachten muss, da hier ja die größte Last außen am Anhänger liegt.



      Also Zusammengefasst.

      - Tieflader Anhänger (50cm Hoch) mit Kupplung der 5-8t trägt + eingebauten Containerschrauben
      - Stahlboden (vom Haus) mit eingebauten Wechselbrückenkoffern und Containerschraubgewinden
      (habe auch überlegt Holz als Bodenaufbau zu nehmen, nur da lassen sich wohl schlecht Containerschrauben einbauen)


      Hat jemand vielleicht eine ähnliche Idee gehabt und kann dazu was berichten, ähnliches gesehen oder gebaut?
      Wer kann sowas bauen? Ich bin für jede Hilfe und Hinweise dankbar.

      Jacob
      Images
      • Haus.JPG

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      • Boden Tiny House mit 3.jpg

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      • Boden Tiny House mit .jpg

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      • Containerschrauben.JPG

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    • Hallo Jacob,

      was du suchst ist die eierlegende Wollmilchsau, die wirst du allerdings in Europa nicht realisieren können!

      Ich versuche es mal kurz und knapp zusammenzufassen:

      Dein Tiny soll mobil sein, am besten abnehmbar mit Twist-Locks, über 3,5 t wiegen und mind. 60 km/h schnell sein.
      Bei diesen Anforderungen kommt nur ein Minisattelzug (Fifth-Wheeler) oder ein LKW-Anhänger mit Druckluftbremse in Frage. Unter 60 km/h würde evtl. noch ein landw. Anhänger in Frage kommen, jedoch nur als Stardeichsel, da Drehschemel mit Maulkupplung und Auflaufbremse keine Zulassung mehr erhalten.

      JacobL wrote:

      Dieser sollte am besten eine max. Höhe von 50 cm haben.
      Eine max. Höhe von 50 cm wäre in jedem Fall eine Spezialanfertigung, jedoch nur als Sattelauflieger oder mit Schwanenhals-Stardeichsel. Ein Drehschemelanhänger ist schon allein durch die Bauart bedingt (über 3,5 t mit Druckluftbremse) aufgrund der Größe der Achsen und Bremsen mind. 88 cm hoch.

      JacobL wrote:

      Am optimalsten wäre es, wenn man die Kupplungen tauschen könnte mit einer Kugelkopfkuplung, um auch mit dem PKW den zu befördern, wenn man nur den Anhänger transportieren würde.
      Die Idee kannst du dir gleich aus dem Kopf schlagen, so ein Unsinn geht nur in den USA. In Europa würde durch den Tausch der Kupplung die Betriebserlaubnis des Anhänger erlischen, da sich dadurch die Fahrzeugklasse des Anhänger ändert. Mal ganz abgesehen von dem erheblichen technischen Aufwand (Kugelkopfkupplung=Auflaufbremse vs. Maulkupplung=Druckluftbremse), man müsste also nicht nur die Kupplung tauschen, sondern auch gleich die Achsen und Bremsanlage.

      JacobL wrote:

      Stahlboden (vom Haus) mit eingebauten Wechselbrückenkoffern und Containerschraubgewinden
      (habe auch überlegt Holz als Bodenaufbau zu nehmen, nur da lassen sich wohl schlecht Containerschrauben einbauen)
      Mit "Wechselbrückenkoffern und Containerschraubgewinden" meinst du sicherlich Twist-Lock Verbindungen mit Container Corners.
      Anika&Lucas wollen die Container Corners in ihren Holzboden integrieren - siehe Frei schwebende Wände???. Auch Holzhand baut Tinys mit Wechselaufbau - siehe Wechselbrücken Aufbau.

      JacobL wrote:

      Kennt jemand eine Firma die Tiny House baut und solche Sonderaufträge baut. Am liebsten eine die mit dem Tiny House - Bau Erfahrungen hat, weil die genau wissen, was man Statisch im Anhänger beachten muss, da hier ja die größte Last außen am Anhänger liegt.
      Die sitzen ganz in deiner Nähe, das ist die Firma Habitat Wechselbrücken welche Tinys auf Wechselbrückenbasis baut, entweder auf LKW-Anhängern oder bis 3,5t auf PKW-Anhängern.
      Auch Tiny Guest House baut abnehmbare Tiny Houses auf PKW-Anhängern.


      Gruß
      Dietmar
    • Hallo Jacob,
      Tinyhäuser auf Wechselbrücken sind für mich logisch und konsequent.
      Mit Wechselbrücken bist du flexibel, was den Transport betrifft und du hast eine standardisierte Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Haus.
      Allerdings rede ich von den allgemein üblichen Systemen mit Fahrhöhen (OK Wechselrahmen) von min. 90cm, Standard ca. 1,2m.
      Das schränkt natürlich die Nutzhöhe des Hauses stark ein. Ich würde z.B. komplett auf die 2 Ebene, die oft als Schlafraum genutzt wird, verzichten.
      Wenn du Autarkie möchtest, brauchst du Platz für Technik ... naja eben jede Ecke ausnutzen.
      Falls du auf massive Holzbauteile setzt, könnte man gemeinsam weiterarbeiten. Ich empfehle 6cm starkes Brettsperrholz.
      Damit kann man (fast) alles bauen. Vorallem bzgl. Gebäudeaussteifung und Oberflächenqualitäten hat die Bauweise Vorteile ...
    • Hallo Dietmar. Danke für deine Antwort.

      Bin fest entschlossen die eierlegende Wollmilchsau zu bauen.

      Habe zu deinen Kommentar ein paar fragen wenns recht wäre.

      1. Was ist die Quelle / Information, also wo finde ich, dass ein Drehschemelanhänger mit Maulkupplung und Auflaufbremse keine Zumassung bekommt?
      2. Nun gut dann soll es so sein, nehme ich eben ein Stardeichselanhänher. Wieso kann ich mit solch einem nicht mehr als 40km/h fahren? Es gibt doch auch Stardeichselanhänger mit 3 Achsen. Wenn jede Achso z.B. durch die Bauart 1.800kg trägt, dann könnte ich doch theoretisch 5,4t auf dem Anhänger bauen. Für diese 5,4t muss es doch eine passende Kupplung und Bremse geben, welche man als Sonderanfertigung einbaut, damit man das Tiny House Transportieren kann. Könnte nicht ein Wagen wie der Minisattelzug nur mit einsprechender umgebauter Kupplung sowas transportieren? Wieso heißt es gleich 40km/h?
      3.Beim bau könnte man nicht für beide Kupplung die Betriebserlaubnis des Anhänger genehmigen lassen und auch gleichzeitig beide Bremsen einbauen?
      4.Twist-Lock Verbindungen mit Container Corners. Ja genau die meine ich + passende Löcher für die Kurbelstützen.
      5.Danke für die Firmem.
    • Hallo Sigi.

      Für mich passt aber die Wechselbrücke eben einerseits aus deinem genannten Grund (keine 2. Ebene-Für mich essentiell um möglichst viel Platz zu haben) und andererseits weil die auch nur 7,86 m ( wenn ich mich richtig erinnere) läng sein dürfen. Was ich auch für 2 Personen zu kurz finde. Sollte eben 9 meter sein.


      Autarkie ist mir sehr wichtig, deshalb will ich auch unbedingt über 3,5t bauen können.
      Wenn ich es hinbekomme über 3,5t bauen zu können will auch Massivholzwände benutzen.
      Am liebesten von Thoma100. Das sind 100% Holzwände ohne Klebe und Schrauben.
      Aber nichts desto trotz will ich keinen Riesigen 13m LKW - Sattelanhänger ziehen mit dem ich schwer um Kurven komme und unglaublich viel Benzin verbrauche:) Deshalb meine Frage an Dietmar ob man nicht einen Minisattelzug auch so ausstatten kann, dass er einen Anhänger zieht, mit einer entsprechenden Kupplung, um unsere gängigen Tiny Haus-Anhänger wie z.b. Vlemix nur als Spezialanfertigung, um über 60km/h fahren zu können und nicht ein schweren LKW, der viel Sprit verbraucht zu nutzen.

      bin fest entschlossen, dass ich eine lösung finde.
    • JacobL wrote:

      1. Was ist die Quelle / Information, also wo finde ich, dass ein Drehschemelanhänger mit Maulkupplung und Auflaufbremse keine Zumassung bekommt?
      Das ist in der ECE - R - 13 festgeschrieben.

      Abs. 5.2.2.2. PKW-Anhänger (Fahrzeugklasse O2 - bis 3,5t)
      Anhänger der Klasse O2 müssen mit einem Betriebsbremssystem ausgerüstet sein, das entweder einedurchgehende oder eine halbdurchgehende oder eine Auflaufbremsanlage ist. Auflaufbremsanlagen sindnur für Zentralachsanhänger zulässig. Elektrische Bremssysteme, die die Vorschriften von Anhang 14dieser Regelung erfüllen, sind jedoch zulässig.

      Auflaufbremse nur für Stardeichselanhänger, PKW-Drehschemel mit zugelassener elektro-hydraulicher Auflaufbremse ist möglich.

      Abs. 5.2.2.3. LKW-Anhänger (Fahrzeugklasse O3 und O4 - über 3,5t)
      Anhänger der Klassen O3 und O4 müssen mit einem durchgehenden oder einem halbdurchgehendenBetriebsbremssystem ausgerüstet sein.


      Nach ECE sind Auflaufbremsen nicht zulässig, Ausnahme nach StVZO: 1.) 8,00 t und einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 25 km/h ODER 2.) 8,00 t und einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 40 km/h, wenn die Bremse auf alle Räder wirkt

      JacobL wrote:

      2. Nun gut dann soll es so sein, nehme ich eben ein Stardeichselanhänher. Wieso kann ich mit solch einem nicht mehr als 40km/h fahren?
      Wer sagt das?
      Es kommt neben den Achsen auf die Bremsanlage an.

      Auflaufgebremster Stardeichselanhänger:
      Nach der StVZO - max. 8t zGG (abhängig von der max. Achslast der Achsen) und eine Höchstgeschwindigkeit von max. 40 km/h

      Druckluftgebremster Stardeichselanhänger:
      Nach der StVZO - bis zu. 36t zGG (abhängig von der max. Achslast und Anzahl der Achsen) und eine Höchstgeschwindigkeit von max. 80 km/h

      JacobL wrote:

      3.Beim bau könnte man nicht für beide Kupplung die Betriebserlaubnis des Anhänger genehmigen lassen und auch gleichzeitig beide Bremsen einbauen?
      Nein!

      Ein Anhänger mit Kugelkopfkupplung kann in Europa nur die Fahrzeugklasse O1 oder O2 mit max. 3,5 t zGG sein
      Ein Anhänger mit Maulkupplung und Auflaufbremse bzw. Druckluftbremse ist dagegen die Fahrzeugklasse O3 oder O4

      Ein Fahrzeug kann nur eins davon sein, also entweder hat es eine Betriebserlaubnis für O2 als PKW-Anhänger oder es hat eine Betriebserlaubnis für O3 als LKW-Anhänger. Beides gleichzeitig ist nicht zulässig und ergibt auch überhaupt keinen Sinn.


      JacobL wrote:

      Für mich passt aber die Wechselbrücke eben einerseits aus deinem genannten Grund (keine 2. Ebene-Für mich essentiell um möglichst viel Platz zu haben) und andererseits weil die auch nur 7,86 m ( wenn ich mich richtig erinnere) läng sein dürfen.
      Wechselbrücken sind aufgrund der Pallettenmaße genormt, es gibt auch 13,6 m lange Wechselbrücken - siehe Alternative 3: Der BDF-Wechselaufbau (Wechselbrücke,Wechselpritsche)

      Du kannst für ein Tiny House auf der Wechselbrücke selbstverständlich über die 7,82 m hinaus bauen, zum Transport benötigt man dann halt ein Wechselfahrgestell mit variablen Lafetten (z.B. für den Transport von 24' oder 30' Containern).


      JacobL wrote:

      Deshalb meine Frage an Dietmar ob man nicht einen Minisattelzug auch so ausstatten kann, dass er einen Anhänger zieht, mit einer entsprechenden Kupplung, um unsere gängigen Tiny Haus-Anhänger wie z.b. Vlemix nur als Spezialanfertigung, um über 60km/h fahren zu können und nicht ein schweren LKW, der viel Sprit verbraucht zu nutzen.
      Selbstverständlich kann ein Minisattelzug einen "Spezialanhänger" als Tieflader ziehen. Halt einen Sattelauflieger und KEINEN Vlemmix - siehe 4.) Minisattelzug (Fifth-Wheeler) und Gooseneck (Schwanenhals) Anhänger. So eine Spezialanfertigung kannst du dir z.B. bei einem Marktwagenbauer anfertigen lassem - "Marktwagen" Chassis.

      So ein Minisattelzug kann bis zu 11,99 t (Zugfahrzeug max. 3,5t + Auflieger max. 8,99 t) wiegen und hat eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h