Blitzschutz beim Holz Tiny House

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    • Blitzschutz beim Holz Tiny House

      Moin liebe Tiny House Leute :)
      Wir sind seit letztem Jahr am werkeln (siehe Bild =) ), die Winterpause geht demnächst zu Ende und dann gehts wieder voran. Bisher konnten wir uns alle Fragen durch Recherche, rumfragen und ewig langes grübel schlüssig erklären, nur ist da ein Thema, wozu ich irgendwie einfach keinen guten Zugang finde: Blitzschutz.
      Es wird ja unterschieden zwischen einem inneren Blitzschutz (Schutz der elektrischen Geräte / Leitungen vor Überspannungen z.B. durch Blitzeinschlag in der Nähe) und einem äußeren Blitzschutz ("Blitzableiter" bestehend aus Blitzfang, Blitzableiter und Erdung).


      Jetzt die großen Fragen:
      1) Ist ein äußerer Blitzschutz bei unserem Projekt notwendig? Was dafür spricht, das Dach besteht aus Holz mit EPDM Folie. Bei Holzdächern ist aufgrund der erhöhten Brandgefahr ein Blitzableiter wohl notwendiger als bei einem geziegelten Dach (wohnglueck.de/artikel/blitzabl…usserer-blitzschutz-25023). Die Umgebung wo der Wagen am Ende stehen soll ist eine Wiese mit ein paar wenigen eher dürren Bäumen, die nur geringfügig höher sind als der Wagen, bzw. dessen Edelstahlschornstein. Nach Betrachtung der Blitzschutzklassen und verschiedenen Näherungsverfahren (Blitzkugelradien, Schutzwinkelverfahren, siehe de.wikipedia.org/wiki/Blitzschutz) geben diese Bäume keinen ausreichenden Schutz. Feste Gebäude stehen erst in ca. 20 m Entfernung. Was andererseits gegen die Notwendigkeit eines Blitzschutzes spricht ist das geringe Blitzaufkommen von 0,8 Blitzen pro Jahr und Quadratkilometer für Niedersachsen, wo das gute Teil stehen soll. Und das größte Gegenargument: Ich habe noch nie ein Tiny House oder Bauwagen gesehen mit Blitzableiter. Die Suche nach "Blitz" in diesem Forum führt zu einem einzigen Beitrag, in dem das mal am Rande erwähnt wurde. Nach meinem Verständnis sind Blitzableiter notwendig für Tiny Häuser und Bauwägen, aber demgegenüber scheint das Thema nicht wirklich präsent zu sein. Wie kann das sein?

      2) Beim inneren Blitzschutz würde man bei einem festen Gebäude unterscheiden, ob ein äußerer Blitzschutz vorhanden ist oder nicht. Wenn ein äußerer Blitzschutz vorhanden ist, ist für den inneren Blitzschutz eine SPD („Surge Protective Device) typ 1 und 2 notwendig. Wenn kein äußerer Blitzschutz vorhanden ist, ist nur eine SPD Typ 2 notwendig (vde.com/de/blitzschutz/infos/u…z-und-innerer-blitzschutz). Das würde ich so auf das Tiny House übertragen? Die SPD würde dann die Überspannung in den Boden ableiten, ich würde dafür einen Erdungsspieß verwenden.

      Wie gesagt, das Thema macht mich kirre. Ich denke das ist alles notwendig aber wundere mich, warum das dann sonst nicht so das große Thema ist. Ich wäre natürlich auch zufrieden, wenn sich gut begründen ließe, warum ich falsch liege und das alles nicht notwendig ist. Das würde Kosten und Arbeit sparen, und von der Ästhetik eines Blitzableiters auf dem Tiny House gar nicht erst zu reden :D

      Kann wer was dazu sagen? Das würde wirklich sehr helfen!

      Schönen Abend :)
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    • Naja, wirklich qualifiziert bin ich nicht, um wissenschaftlich einschätzen zu können, ob es ein wirklich relevantes Thema ist, oder nicht.

      Meine persönliche Einschätzung ist, dass ein Blitzableiter nicht nötig ist, da so ein Tiny Haus ja eher gering ist von der Höhe her. Klar, wenn es komplett frei steht und der Bewuchs in der Gegend niedrig, könnte es ein Thema werden.
      Ich hätte mir in meiner Planung wohl zuletzt darüber Gedanken gemacht.

      Aber wenn Du schon einen Edelstahlkamin hast, dann verlänger doch mittels Blitzableiter bis zu einem Erdstab. Den würde ich dann mind. 1/2 Meter, besser tiefer im Boden versenken. Die gibt es z.B. für den Weidezaunbedarf in Längen von 1-2 m. Könnte man auch waagerecht in den Boden eingraben.

      Bisher hab ich immer nur vom Blitz getroffene Bäume gesehen, einmal tatsächlich live und in Farbe :)
    • Hallo Phawi,
      ich bin selbst Planer und stehe bei einigen Wohnhäusern (Tragwerk und Fassade aus Holz) immer wieder vor der Entscheidung "mit oder ohne Blitzschutz". In vielen Landesbauordnungen gibt es nur allgemeine Festlegungen wie:
      "Bauliche Anlagen, bei denen nach Lage, Bauart oder Nutzung Blitzschlag leicht eintreten oder zu schweren Folgen
      führen kann, sind mit dauernd wirksamen Blitzschutzanlagen zu versehen." ... das ist nicht sehr konkret. Eine Entscheidung müsste also ein Gutachter treffen. Man kann natürlich seinen Elektriker des Vertrauens fragen. Diese haben meist gute Kontakte zu Blitzschutzspezialisten. Auch der Hausversicherer ist für solche Probleme ein guter Ansprechpartner.
      Hier noch ein ganz guter Artikel:
      feuertrutz.de/blitzschutz-baur…-risikoanalyse/150/52882/

      Gruß sigi