Mein persönlicher Boden, Wand und Dachaufbau

  • Hallo,


    ich habe schon Anfang diesen Jahres im Forum ein paar Beiträge geschrieben, nur hatte ich danach beruflich so viel zu tun, dass das TinyHouse-Thema ruhen musste. Ende diesen Monats möchte ich allerdings mit der Konstruktion des eigentlichen Hauses fertig sein. Zumindest in CAD, damit ich im Frühjahr mit Bauen beginnen kann. So zumindest der Plan.


    Mein Tiny House soll diffusionsoffen sein. Ich baue auf einer Bodenplatte aus Metall mit den Maßen 8 Meter x 3 Meter. Die Träger haben eine Stärke von 160mm. Zudem habe ich mich für ein Satteldach entschieden.


    Bevor ich mit der eigentlichen Konstruktion des Hauses beginnen kann, muss der genaue Boden- sowie Dachaufbau geklärt sein. Ich habe mich hierzu schon durch das Forum gelesen und mir aus den gesammelten Informationen auf ubakus.de meine persönliche Zusammenstellung generiert. Hier wäre ich euch diesbezüglich für ein Feedback dankbar.


    Meine Fragen:


    1. Der Bodenaufbau ist auf dem dargestellten Bild nicht vollständig. Ich bin mir noch unschlüssig wie ich mein Häuschen heizen will. Mein momentaner Favorit ist eine Wärmepumpe in Kombination mit einer Fußbodenheizung. Gibt es hierzu Empfehlungen wie ab der Dampfsperre nach oben weitergebaut werden könnte? Diese wird ja vermutlich nur unter begehbarem Boden verlegt oder? Als oberste Schicht hätte ich gerne Parkett.


    2. Macht mein Ansatz mit der Installationsebene bei Wand und Dach Sinn oder kennt ihr eine praktikablere Lösung? Sichtbare Leitungen kommen für mich eigentlich nicht in Frage.


    3. Mich würden allgemein eure Meinungen zu den gewählten Maßen interessieren. Fällt euch irgendein Element auf, dass man besser größer oder kleiner wählen sollte?


    Vielen Dank!


    Tim

  • Hallo Holzmensch,
    Ich habe leider keine Infos entdeckt, für welche Nutzungs-Art Du Dein Tiny planst. (Im Profil werden keine älteren Posts angezeigt)


    LuftWärmepumpe und Fußbodenheizuing deutet auf dauerhaft genutztes Objekt, 8x3 spricht für wenige bis keine Standortwechsel.


    Die angefügten ubacus Bilder sind bei der Wärmedämmung (µ-Wert) alle im roten Bereich.
    Für eine Dauernutzung scheint mir das recht wenig, die Bauteile recht dünn.
    Wenn die Wände so dünn werden sollen/müssen, dann vielleicht Hinterlüftung weglassen.


    Deine µ-Werte sind aus meiner Sicht für echte Dauernutzung viel zu gering, taugen mehr für den sommerlichen Campingplatz. (dann braucht es aber keine Luftwärmepume mit Fußbodenheizung, sondern ehr eine Klima-Anlage.)
    GEG2020 Neubau ist nirgens erfüllt.


    Eine "leere" Installationsebene macht in meinen Augen keinen Sinn, wo keine Installationsleitung oder Leerrohr liegt (also in 95 oder mehr % der Fläche) würde ich isolieren, ist sonst schlicht verlorene Wandstärke.


    Was ich bisher gehört/gelesen/gesehen habe ist 20 mm Außenverkleidung zu wenig, wirft sich im Laufe der Zeit.
    (Ok die Problemfälle haben zumeist nur 19 mm Fichte verwendet).



    Allerdings ich kenne Dein Anforderungsprofil nicht und bin auch Dämmungsspezialist.


    Gruß
    Georg

    3 Mal editiert, zuletzt von OAL-Tiny ()

  • Hey Georg,


    vielen lieben Dank für deine Antwort und Kritik. Ja, meine Bilder sind im roten Bereich. Nur weiß ich absolut nicht, wie ich das in grünen Bereich bekommen soll, ohne 30 cm starke Wände zu haben. Ich finde eine 20 cm starke Wand eigentlich schon relativ dick wenn man das im Verhältnis zu meiner Grundfläche sieht. Aber du hast natürlich trotzdem recht, ich frage mich wie ich das ganze optimieren könnte. Vielleicht auf Schafwolle verzichten und doch auf Holzfaser setzen? Bei Schafwolle haben mich die guten Kühleigenschaften bisher immer überzeugt.


    Mein Tiny House ist auf Dauernutzung ausgelegt und maximal zwei Standortwechsel. Mit der Wärmepumpe bin ich mir auch noch nicht so richtig sicher, weil ich die Dinger unglaublich hässlich finde. Und verstecken geht ja schlecht nehm ich an, da das Teil Luft ziehen muss.


    Das mit der Installationsebene ist so eine Sache. Klar sind nach nur ungefähr 5% der Fläche mit Kabel oder Rohren belegt, aber wie verlege ich sonst blind ein Stromkabel für eine Deckenlampe? In der Dämmung? Das klingt irgendwie gefährlich, vielleicht täusche ich mich aber auch...


    Würde mich über eine zweite Meinung von jemand anderem oder einen Verbesserungsvorschlag freuen :)


    Tim

  • Hallo Tim,
    mit Holzweichfaser kommst du auf ca. 25-26 cm Wandaufbau incl. hinterlüfteter Fassade.
    Die paar Kabel (nur Kabel) für die Deckenbeleuchtung im TH kannst du getrost zwischen Dämmung und Innenbeplankung verlegen.
    Die Dampfsperre wird sauber abgeklebt. Alle anderen Leitungen im Sockelleistenbereich.


    Gruß sigi


    PS: Wärmepumpe ist eine gute Entscheidung!

  • Hi Tim,


    Ich schließe mich an:
    - nur mit mehr Dämmung bekommst du einen Baugenehmigung, um dauerhaft legal in deinem Tiny House zu wohnen. Mir kamen die Dämmwerte beim bauen auch übertrieben vor. 30cm um konform zu sein... Ist aber sinnvoll, vor allem in der kalten Jahreszeit heizt du sonst im wesentlichen die Außenluft. Teuer für dich, blöd für die Natur.
    - eine Installationsebene ist nicht nötig. Kabel fühlen sich im Leerrohr wohl (geht auch ohne, das schließt aber kein Elektriker offiziell an) und Wasserleitungen können auch ohne Probleme verlegt werden. Je nachdem, wie dick die Dämmung ist, ist ein Alu-Verbundrohr in den Ecken eine Herausforderung, da diese Rohre nicht beliebig eng gebogen werden können. Bei 16cm sollte das mit ein bisschen Ausprobieren funktionieren.


    3)
    Bei der Bodenplatte fällt mir das 12mm elka auf. Sie schreiben auf der Webseite, dass es 40% stabiler ist als OSB, 12mm kommen mir trotzdem wenig vor. Ich habe selbst 12mm OSB verbaut und anfänglich ist das in Ordnung. Aber mit der Zeit geben die Platten ein wenig nach, vor allem wenn die Rahmenkonstruktion unten drunter Abstände von mehr als 80cm zwischen den Balken hat. Hier würde ich mehr dimensionieren (15mm bzw. 18mm), das Parket tut dann sein übriges das Gewicht eines Schrittes auf die Fläche zu verteilen. Falls du dich für einen dünneren finalen Boden entscheidest (PVC, Planken etc.) würde ich sogar 21mm nehmen, damit der Boden auch langfristig nicht nachgibt.


    Was ist der Sinn der Siebdruckplatte, wenn du auf einer Metallplatte aufbaust? Es kommt stark darauf an, wie diese metallische Bodenplatte aussieht. Ist es eine durchgängige Fläche musst du dir keine Gedanken machen, wo du Balken der (Holz)Bodenplatte setzt. Hat diese Bodenplatte wie bei einem Anhänger Träger, müssen entweder die Balken der Holzbodenplatte auf/über den Metallträgern sitzen oder die Siebdruckplatte dicker werden. 12mm reichen nicht aus, um die Kraft (durch einen Schritt auf der Bodenplatte) an die Metallkonstruktion weiter zu leiten, wenn ein Balken der Bodenplatte in der Mitte zweier Metallträger liegt.


    Es bleibt auch noch die Frage, wie du die Bodenplatte mit der Bodenplatte aus Metall verbinden und diesen Eingriff quer durch die Materialien vor Feuchtigkeit schützen möchtest.


    Die Dampfsperre auf der Siebdruckplatte kannst du dir sparen, wenn du die Plattenübergänge der Siebdruckplatten ordentlich verklebst z.B mit Sikaflex. Dann müssen Dämmung und die Balken der Bodenplatte nur noch von oben und von der Seite von der Dampfsperre eingepackt werden. Die Dampfsperre dann auf der Siebdruckplatte mit einem diffussionsdichten Klebeband (z.b Siga Rissan) verkleben.


    Viele Grüße,
    Julian

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