ein, zwei Plätzchen für Tiny House, Jurte o.ä. sind noch frei in 27211 Bramstedt/Bassum

  • Hallo,
    ich bin dabei ein Umzug vorzubereiten mit meiner Jurte und zwar nach Bramstedt/Bassum.
    Es ist eine 3 ha große Wiese mit Brunnen, jedoch ohne Strom (ich habe eine Solar Anlage).
    Natur wo man hinschaut. Noch bin ich alleine dort - ein, zwei Plätzchen für Tiny House, Jurte o.ä. sind noch frei.


    Wer traut sich :)?


    Gruß, Knut

  • Hallo Knut, danke für Dein Angebot!


    Für mich kommt es nicht infrage, aber hat das Grundstück Baurecht????


    Gruß
    Stefan

  • Dann rate ich allen Tiny House-Besitzern dringend davon ab, und auch Dir sollte klar sein, dass Du schneller wieder da weg sein könntest, als Du dort angekommen bist ...


    Auch eine Jurte bedarf einer Baugenehmigung und darf nicht im Außenbereich stehen ...


    Gruß
    Stefan

  • Hallo Knut,


    Ich bin Bauingenieur und habe bis zu meiner Pensionierung vor zwei Monaten 7 Jahre Baurecht und Bauplanung an einer Technikerschule unterrichtet, unterstützt durch einen Architekten und eine Juristin.


    Lese Dir bitte Dietmars Beitrag zum Thema im Ordner Rechtliches durch.


    Dietmar war wohl auch auch Ratgeber/Lehrer bei diesem Video - wenn man nicht so gerne liest ;)


    Da ist alles zusammengefasst - besser aufbereitet findest Du es nirgends.


    Gruß
    Stefan

  • hallo stafan,
    ... soweit habe ich hoffentlich alles verstanden, dankeschön.
    kannst du wohl auch etwas über das aufstellen von jurten sagen? ich habe die info von unserem bauamt, dass man zwar eine jurte aufstellen darf aber max. 50% der zeit darin wohnen darf.


    gruß, knut

  • Nessa hat die Infos auch hier aus dem Forum und ich hatte mich 2019 auch mit ihr getroffen.


    Mein Beitrag im Ordner Rechtliches ist übrigens mehrfach von Fachleuten verifiziert worden und selbst Fachanwälte für Baurecht beziehen sich bei Beratungen bzgl. Tiny Houses auf meine Texte - Tiny Houses (Hier im Forum, im IndiViva Blog und der Zeitschrift "Kleiner Wohnen").


    In der neusten Ausgabe der "Kleiner Wohnen" findet sich übrigens auch wieder ein Artikel von mir "Die Nadel In Heuhafen - Suche eines Grundstücks fürs Tiny House".


    Gruß
    Dietmar

  • Hallo Knut,
    Wenn Dein Bauamt das so sieht, hast Du Glück, eigentlich geht das nicht.


    Eine Jurte ist gem. Landesbauordnung §2 eine baul. Anlage, da sie für dauerhaft (>1-2 Tage) ausgelegt ist.


    Für eine baul. Anlage ist in der Regel eine Baugenehmigung erforderlich - Ausnahme ist z.B. die Garage o. der Carport (siehe LBO ca. § 55.


    Im Außenbereich ist Bauen aber nach Bundesbaugesetz mit Ausnahme weniger Privilegierter (Schweinestall, Gewächshaus, Windkraft usw.) grundsätzlich verboten.


    Das Errichten eines Zeltes für eine Nacht erfüllt den Tatbestand Bauen nicht aber eine Jurte zum Wohnen für mehr als eine Woche auf jeden Fall.


    Lass Dir das vom Bauamt schriftlich geben, wo kein Kläger ...


    Gruß
    Stefan

  • ich habe die info von unserem bauamt, dass man zwar eine jurte aufstellen darf aber max. 50% der zeit darin wohnen darf.

    Auf welcher rechtlichen Grundlage soll diese Aussage beruhen? Diese Aussage macht aus meiner Sicht keinerlei Sinn und mir ist auch keine rechtliche Grundlage bekannt, die diese Aussage bestätigt.


    Es ist doch ganz einfach, nach deiner Schilderung und der Aussage das das Grundstück kein Baurecht hat, liegt die Vermutung nahe, das es sich um Außenbereich handelt. Also ist das Errichten von (Wohn)-Gebäuden untersagt.


    Und ja, auch ein Jurte ist ein Wohngebäude !

    • Die Jurte ist eine aus Bauprodukten (in den meisten Fällen Holz) hergestellte bauliche Anlage
    • Sie ruht durch eigene Schwere (Gewicht) auf dem Erdboden
    • Wohnen und arbeiten in der Jurte ist eine überwiegend ortsfeste Nutzung
    • Sie ist überdacht, kann von Menschen betreten werden und ist dazu geeignet dem Menschen Schutz zu bieten
    • Sie ist freistehend, niedriger als 7 m, kleiner als 400 m² und besitzt nur eine Nutzungseinheit

    Also ist die Jurte, wenn sie Bewohnt wird, per Definition der LBO ein Gebäuder der Gebäudeklasse 1 und unterliegt dem Baurecht, wie jedes andere Wohnhaus auch !


    Sollte sich das Grundstück jedoch in einem Wochenendhausgebiet liegen, dann wäre eine Aufstellung möglich, die Nutzung ist dann auf max. 4 Monate im Jahr beschränkt (nicht 50%) und ein Wärmeschutznachweis entfällt. Ansonsten unterliegt die Jurte auch dann natürlich den bauordnungsrechtlichen Auflagen.

  • Hallo Knut,
    meinen Vorrednern (bzw.-schreibern) stimme ich inhaltlich voll zu.
    Das Thema "alternatives oder experimentelles Wohnen" ist inzwischen auch bei den Bauämtern angekommen.
    Zumindest haben inzwischen alle davon gehört. Die Bewertung konkreter Vorhaben ist aber auch sehr abhängig vom jeweiligen Bearbeiter bei der Baubehörde. Es gibt sehr oft Bewertungsspielraum. Aber in deinem Fall denke ich, dass da ein "Irrtum" seitens der Behörde vorliegt. Ich habe als Bauingenieur einige Projekte im Außenbereich realisiert, meist für Waldkindergärten. Da ging es mehr um kleine Gebäude in Form von Bauwägen. Verfahrenstechnisch waren diese Projekte immer sehr aufwendig, weil im Außenbereich prinzipiell erst einmal kein Baurecht besteht. ... und das ist auch richtig so! Eine verbindliche Aussage der Baubehörde liegt selbstverständlich immer schriftlich vor, entweder als Vorbescheid oder Baugenehmigung. Wir können dir deshalb nur abraten, deine Jurte im Außenbereich ohne Baugenehmigung aufzustellen. Es wäre illegal.


    Gruß sigi

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