Hallöchen 🤗 von mir. Gründung Tinyhaussiedlung+Verein

  • Hallo zusammen,

    möchte mich und mein Vorhaben auch kurz vorstellen. Ich heiße Ireen, bin 36, Krankenschwester und wohne in Mettmann (Nähe Düsseldorf). Von einem Tinyhouse träume ich schon lange und habe dementsprechend auch schon länger nach einem Grundstück gesucht. Hier in der Region ist es aufgrund der Grundstückpreise fast ein Ding der Unmöglichkeit ein kleines, bezahlbares Grundstück zu finden, geschweigedenn es von der Gemeinde genehmigt zu bekommen, ein Einzelnes Tiny irgendwo aufzustellen. Habe dann die Idee gehabt, einen Stammtisch zu gründen und mich mit Mehreren zusammen zu tun, um gemeinsam ein Grundstück zu erwerben. Damit es auch eine harmonische und nachhaltige Gemeinschaft wird, kam die Idee auf, einen gemeinnützigen Verein zu gründen, der sich für Förderung der Gemeinschaft und Nachhaltigkeit einsetzt ( Gemeinschaftshaus (kochen, quatschen, basteln, etc), Grillplatz, gemeinsame Werkstatt, Gewächshaus, Wildblumenwiese, Insektenhotel usw. Wir arbeiten an einem Konzept, indem wir dann auch bei Bauämtern und Gemeinden argumentieren wollen, warum gerade wir, das Grundstück bekommen sollten. Leider sind so Siedlungen immernoch mit dem Vorurteil des Campingplatzcharakters oder Hippykommune verhöhnt und stößt somit auf Ablehnung. Dem wollen wir damit entgegenwirken, vielleicht auch mit einer Infoveranstaltung. Ich nehme am 26.3. an einem Workshop in Erkelenz teil, bei dem der Tinyhouseverband da sein wird. Die helfen einem bei der Gründung eines Vereins. Bin sehr gespannt. Habe auch schon eine Powerpoint Präsentation zu meinem Vorhaben erstellt. Freue mich über den Austausch mit euch :) <3

  • Das Thema Grundstück ist schwieriger zu lösen als die Anschaffung des Tiny Houses. Deshalb kann eine Gemeinschaft eine Idee sein, ein Tiny Dorf z.B. oder eine gemeinsame Pacht. Diese Varianten gibt es in Europa, aber aus meiner Sicht nur als lockeren Verbund. Wenn es dann mit Verein gründen losgeht, die kleine deutsche politische Parzelle, mit Satzung, Vorstand, fester Struktur, Mitgliedsbeitrag usw. bin ich raus, diese Form des fest organisierten Miteinander ist für meinen Bedarf nicht geeignet. Eine Tiny House Gemeinschaft kann eine gute Lösung sein, aber ohne vertraglich festgelegte Strukturen für das Verhalten. Ein Tiny House Bewohner sollte von sich aus die menschliche Moral beherrschen und den Minimalismus, wenn man darauf nicht vertrauen kann, nutzen strenge Regeln auch nichts.

    Wie gesagt, das vertrauensvolle Miteinander im Tiny Dorf kann ein Gewinn sein, auch für die Grundstücksfrage, aber jeder Versuch das Verhalten festzuzurren und in nur eine bestimmte Richtung zu lenken, halte ich für kontraproduktiv. Das wäre eher für Menschen geeignet, die im Alltag orientierungslos sind und nach einem festen Halt von außen suchen. Meine Erfahrung mit Tiny House Bewohnern ist, es sind sehr selbstbewusste und eigenständige Menschen, die ihren Alltag zu lösen wissen und sehr pragmatisch sind. Privater Familienanschluss mit klarer Hierarchie liegt bei meiner Wunschliste nicht sehr weit oben, aber das ist natürlich bei jedem anders.

  • Das Grundstück zu finden ist nicht das Problem, allenfalls ein finanzielles.

    Viel größer und oft unüberwindbar sind bestehende Bebauungspläne oder der Unwillen der Baubehörde, etwas neues zu wagen und z.B. einen B-Plan für ein unbeplantes Grundstück mitzumachen.

  • Hallo, vielen Dank erstmal für euer Feedback. Die Idee mit dem Verein soll nicht dazu dienen, die Leute mit Vorschriften usw zu knechten 😅. Es dient eher als Argumentationsgrundlage bei Bauämtern und Gemeinden, um den wie von Wurzelholzhaus genannten Hindernissen entgegenzuwirken. Ausserdem soll es auch ausschließen, dass manche sich ausruhen und Andere die ganze Arbeit machen lassen. Wenn es darum geht, dass alles schick und fertig ist, sind alle sofort am Start. Aber wenn es darum geht, gemeinsam etwas aufzubauen und das Ganze auch nachhaltig am Leben zu erhalten, möchte auf einmal nur noch ganz Wenige. Gemeinsame Werte und Ziele finde ich super wichtig, damit eine Gemeinschaft funktionieren kann. Sonst braucht nur einer sein eigenes Ding machen und schon läuft das Ganze aus dem Ruder. Ich möchte auch keinen strengen Verein gründen, bei dem jeder gezwungen ist, bei allem mitzumachen, aber auch keine Hippikommune werden, wo jeder nach Belieben macht und tut was er will. Eine gewisse Ordnung und Struktur muss meiner Meinung nach vorhanden sein. Ein Verein ist ja auch nicht gewinnorientiert. Sehe da eher das Positive und das Menschen so motiviert werden, sich mit ihrem Wissen, Können und Talenten einzubringen. Ausserdem hat ein Verein auch steuerliche Vorteile und kann Spenden erhalten, Workshops machen etc. Hauptgrund ist wie gesagt, dass aufgrund der Gemeinnützigkeit und Umweltbewusstsein, in einem professionellen Konzept ausgearbeitet, das Ganze bei Gemeinden/Behörden mehr Anklang findet. Fände es auch super, wenn es ohne das Ganze gehen würde und ich einfach auf die Moral der Gemeinschaft vertrauen könnte. Leider stelle ich bereits jetzt, bei der ganzen Vorarbeit fest, dass es viele Trittbrettfahrer gibt, die sich in keinster Weise einbringen wollen und sich erst melden würden, wenn es alles fertig ist. So würde das auch bei dem fertigen Projekt ablaufen und mit solch einem Verhalten wird das auf Dauer nichts. Danke für euer Feedback

  • Ich denke, fast das einfachste wäre, ein nicht beplantes (also eines, daß nicht mit einem Bebauungsplan belegt ist) größeres Grundstück zu finden und dann in Zusammenarbeit mit der Gemeinde einen "vorhabenbezogenen B-Plan" aufzustellen. Das ist möglich, aber manche Gemeinde haben da keine Lust / Kapazität / Zeit ... drauf.

    Dann könnte man explizit für Anzahl x Tiny Häuser plus Gemeinschaftshaus / Scheune / ... planen.

    Umsonst machen die Gemeinden / Landratsämter das nicht und es ist ein langer Prozess über 2-4 Jahre. Würde aber Planungssicherheit und alle Möglichkeiten eröffnet.

    Andernfalls:

    - Im Außenbereich, also z.B. einen alten Bauernhof zu finden und dann ne Tiny Haus Siedlung draus machen ist unmöglich, da nicht genehmigungsfähig

    - im Dorfrand-Gebiet könnte es gehen, aber meist wollen die Ämter nicht viele kleine Häuser sondern wenige größere

    Ob Du mit einem Tiny Haus Verein Gemeinnützigkeit erlangen kannst ... ?

    Aber ein Verein würde wohl schon etwas mehr Gewicht bei Verhandlungen und Beratungen bringen, wer weiß ...

    PS. schau Dir mal https://burgrieden.tiny-house-quartier.de/ und die Seite vom Planer https://huchler.eu/ an. Evtl. kannst die auch mal kontaktieren und mit Fragen überschütten ;)

  • Vielen Dank für die Links. 😊

    Und ja, ich glaube sehr fest daran, dass wir die Gemeinnützigkeit erhalten werden, da wir Wohnen im Alterund generell in der Gemeinschaft fördern wollen, die Ressourcen, Talente und Fertigkeiten von Menschen werden wieder gefordert und gefördert (Handwerkliches, kochen, kreativ sein, Gärtnern, Grillfest, gemeinsame Wanderungen, Nachbarschaftshilfe, Spieleabende etc). Und durch die Permakultur+ Wildblumenwiese (Lebensraum für Insekten), Verkauf von angebauten Gemüse, auch zum Wohl der Allgemeinheit beitragen. Es könnte auch noch eine Vorbildfunktion sein, für innovativeres, autarkeres und gemeinschsftliches Wohnen. Dass sich die Menschen heute immer mehr voneinander entfernen, obwohl sie Wohnung an Wohnung leben, der Zusammenhalt immer mehr verloren geht in der heutigen Gesellschaft ist ja nichts Neues. Man könnte zukünftig auch Workshops oder Infoabende machen, für diejenigen, die auch so etwas umsetzen wollen. Kommt der Gemeinnützigkeit auch zu Gute

  • Ist denn die Gemeinnützigkeit des Vereins für eine Tiny House Gemeinschaft von so großer Bedeutung? Von Spenden und Quittungen mal abgesehen. Der entscheidende Punkt ist die Akzeptanz der Gemeinde, wo das geeignete Land liegt. Diese Begutachtung und der positive Bescheid sind das A und O des ganzen Projektes. Ob die Gemeinde wegen eines Vereines eher positiv entscheidet oder wegen einer Gemeinnützigkeit würde ich infrage stellen, in erster Linie geht es um das Aufstellen von mehreren Minihäusern. Das ist für die Gemeinde relevant, da gibt es bei unterschiedlichen Gemeinden unterschiedliche Ansichten, aber grundsätzlich in Deutschland schwierig. Es gibt Tiny House Dörfer, aber die stehen meines Wissens meistens auf privatem Grundstück und die Eigentümer lassen zu, dort das Tiny House aufzustellen. Die Tiny House Besitzer pachten dann ein Stück vom Land und so entsteht das Dorf.

  • Naja, trotzdem müssten sie eine Baugenehmigung haben - ob privates Bauland oder von der Gemeinde gepachtet, macht baurechtlich keinen Unterschied.

  • Ja, wenn man Menschen von irgendetwas überzeugen möchte, muss man innovativ sein und den Mehrwert für die Allgemeinheit schmackhaft machen. Natürlich ist das richtige Stück Land entscheidend. Das entscheiden aber nicht die Bürger des Dorfes, ob Beschaffenheit des Bodens, Lage des Grundstücks, Erschließung etc richtig sind, sondern die Stadtpläne und das Bauamt. Ich möchte das Vorhaben nicht von den Launen der Gemeinde abhängig machen und auf Glück hoffen. Da braucht nur ein einziger Knöterich dabei sein, der aus Missgunst einfach dagegen stimmt und schon war es das mit dem Projekt. Es ist auch eine Sache, das Ganze in die Realität umzusetzen und zu verwirklichen, die andere Sache jedoch das im Nachhinein harmonisch am Leben zu erhalten und ein sinnvolles Miteinander zu gestalten. Mir geht es nicht nur darum Minihäuser aufzustellen, sondern eine tolle und lebendige Gemeinschaft entstehen zu lassen. Finde es schade, dass das Ganze so wenig Zuspruch findet und Vieles in Frage gestellt wird. Bin eher ein Mensch der Chancen sieht und von Größerem träumt. Nehme eure Kritik aber gern an, das gehört dazu, danke für eurer Feedback.

  • Ireen - auch wenn ich viel Kritik und Bedenken äußere, finde ich es toll, wenn jemand Träume hat und die verwirklicht sehen will. Ich kenn aber halt auch die wirklichen Verhinderer, welche im Bauamt (Landratsamt / Stadt) sitzen bzw. in den Bauordnungen verankert sind ...

    Meiner Erfahrung nach sind die Gemeinden und hier eigentlich die Gemeinderäte offen für neues und ggf. auch froh, wenn Leben in die eingeschlafenen Dörfer kommt und vernachlässigte Grundstücke wieder gepflegt werden und was neues entstehen soll. Dies weiß ich aus eigener Erfahrung :) Details gerne per PN.

  • Ja, wenn man Menschen von irgendetwas überzeugen möchte,

    Da fängt die Schwierigkeit schon an, warum sollten sich Andere überzeugen lassen, während man selbst die eigene Idee hat und diese durchsetzen möchte. Das heißt, andere werden überzeugt, aber man selbst bleibt klar bei sich. Es gibt Menschen, die haben so eine Ausstrahlung, sie fangen ihr Projekt an und schauen, ob noch jemand dazukommt. Wenn man jedoch zuerst einen Verein gründen möchte, damit überhaupt etwas geht, wie soll da die Überzeugung aussehen? So nach dem Motto: Macht alle bei mir mit, ihr bekommt viel Arbeit von mir zugeteilt, die müsst ihr freiwillig leisten und dann könnt ihr mich in Euren Vorstand wählen. Schwierig.

    Eine Tiny House Gemeinschaft fängt mit der Finanzierung und der Genehmigung der Gemeinde an, wenn das da ist und darum kümmert sich der Organisator, kann das Tiny House Projekt starten und findet Mitstreiter, die auch ihr Tiny House aufstellen wollen.

    In Deutschland hat das Tiny House keinen Mehrwert für die Allgemeinheit, man kämpft genauso ein wenig gegen Windmühlen, wenn man alleine ist oder einen Verein gegründet hat. Es gibt Tiny House Besitzer, die ein Pachtgrundstück gefunden haben und die Genehmigung der Gemeinde erhalten haben, aber es ist nicht an eine Gemeinschaft gebunden.

    Aus sozialer Sicht ist es gut, wenn man eine Gemeinschaft gründen möchte, aber zuerst ein Verein und dann fangen wir an ist eher unrealistisch. Der Gründer ist charismatisch und fängt das Projekt an, begibt sich in den Bürokratie-Dschungel und kann dann, wenn es erste Erfolge gibt, andere Menschen dazuholen.

    Jedoch dieses, macht mal alle mit bei meiner Idee und dann schauen wir was daraus wird, klingt für einen Menschen mit gewisser Erfahrung nicht so verlockend.

    Wenn Du eine Tiny House Gemeinschaft gründen möchtest, das ist wunderbar, viele von uns suchen Orte zum Aufstellen, dann beginne Dein Projekt mit Finanzierung sowie Genehmigung und wir machen mit, wenn die Umstände passen. Dann brauchst Du niemanden von irgendetwas überzeugen, die geschaffenen Fakten überzeugen genug.

  • einen Stammtisch zu gründen und mich mit Mehreren zusammen zu tun, um gemeinsam ein Grundstück zu erwerben. Damit es auch eine harmonische und nachhaltige Gemeinschaft wird, kam die Idee auf, einen gemeinnützigen Verein zu gründen,

    Also ich wäre sofort dabei, wenn der Standort nicht so weit wäre. Auf einem gemeinsamen Chai kann man sowas doch viel besser besprechen, wer welche benötigten Kompetenzen wie einbringen könnte. Von so einem Interessen-Verein könnten alle gleichermaßen profitieren. Ich sehe da keinen Arbeitszwang. Außer den, welchen man sich bei einem solchen Projekt selbst zumutet, und andere auch benötigten Arbeiten werden ja auch von anderen Teilnehmern abgenommen. Auch wenn am Ziel des Projektes nicht mehr alle dabei sein werden.

    Wünsche dir gutes Gelingen dabei.

  • Das Problem bei so Lebens- und Wohngemeinschaften ist, daß es meistens viele Individualisten sind, die sich da auf einen Haufen werfen - für, zugegeben, gemeinsame / gleiche / geteilte Interessen.

    Die Gefahr sehe ich - und hab's von außen betrachtend auch erlebt - daß es oft einen gibt, der sich zum Chef aufspielt ...

  • Danke erstmal für euer Feedback. Also die Idee und die gesamte Vorrecherche habe ich ja bisher alles alleine auf die Beine gestellt. Ebenso eine Powerpoint, in der ich mein Vorhaben präsentiert habe, mit Bildern, Videos, Grafiken und Fakten. Bei den Meisten hat man gemerkt, dass sie von der Materie null Ahnung haben. War also schonmal ein absoluter Mehrwert kostenlos, anschauliche und verständliche Infos zu bekommen. Das mache ich aber gerne und ich habe es ja sowieso gemacht. Ausserdem sitze ich im gleichen Boot und habe genau wie alle Anderen kein Grundstück und werde dies auch als Einzelperson nicht bekommen. Bin durch meinen Job nah am Menschen und weiß daher, dass viele unfassbar einsam sind und sich wünschen würden, Teil einer kleinen Gemeinschaft zu sein.

    Ich weiß auch, dass es vielen Menschen am liebsten würde, dass einer alles organisiert, man sich aus dem nervigen Kram raushalten kann und sich erst dann einklingt, wenn alles im Gange ist. Das ist bequem und unkompliziert, von anderen was vordiktiert bekommen, nicht selbst mit anpacken müssen, das können wir alle ziemlich gut und ist ein generelles Problem heutzutage. Man macht es Menschen zwar in erster Linie einfach, aber andererseits nimmt man ihnen auch das Selbstvertrauen in die eigene Stärke und löscht jeglichen Funken von Idee und Innovation. Ich bin der Meinung, dass in jedem etwas steckt und er sich einbringen kann.

    Das würde auch das Argument von Wurzelhaus widersprechen, dass sich einer als Chef aufspielt. Wenn alle mitmachen, kann und wird sich keiner als Chef aufspielen, das passiert nur, wenn einer alles macht und die anderen wie Schafe folgen. Da ich aktuell die treibende Kraft bin, aber glücklicherweise nicht machtgeil bin 😁, interveniere ich rechtzeitig und gebe einfach zu, dass ich die Hilfe der anderen brauche und möchte. So ein Projekt kann niemand ganz alleine auf die Beine stellen, ausser er hat ein paar Millionen auf dem Konto geparkt und schon total viel Erfahrung.

  • Und zum Thema Verein. Da können auch Menschen beitreten, die nicht unbedingt ein Grundstück kaufen wollen, sondern einfach nur Teil einer Community sein wollen, die gemeinsam Workshops, Ausflüge zum Tinyhausfirmen macht, oder Menschen zusammenbringt, die vielleicht mit 3-4 Personen ein Grundstück kaufen wollen. Man möchte die Keute ja auch vorher kennenlernen, die evtl mal die direkten Nachbarn werden. Es gibt in Bielefeld auch schon einen solchen Verein.

    Und bezüglich der Beiträge. Denke ein Mitgliedsbeitrag von 30-50€ im Jahr sollte das Ganze wert sein. Wer sich das nicht leisten kann oder möchte....

  • Wie profitieren Mitglieder von einem gemeinnützigen Tiny House Verein?

    1. Wissen und Beratung

    Mitglieder bekommen Hilfe bei allen Fragen rund ums Tiny House: Wie man eines baut, welche Regeln gelten, wo man es aufstellen darf usw. Der Verein hat Erfahrung und teilt dieses Wissen gern.


    2. Gemeinschaft und Austausch

    Man ist nicht allein! Im Verein trifft man andere Menschen, die sich für Tiny Houses interessieren. Man kann sich austauschen, voneinander lernen und gemeinsam Projekte starten.


    3. Gemeinsame Projekte und Grundstücke

    Manche Vereine helfen dabei, gemeinsam Grundstücke zu finden oder Tiny House Siedlungen zu gründen. Das ist oft günstiger und einfacher als alleine ein Grundstück zu suchen.


    4. Rabatte und Vorteile

    Mitglieder bekommen manchmal Rabatte bei Partnern (z. B. für Baumaterialien, Planungen oder Versicherungen), weil der Verein gute Kontakte hat.


    5. Politische Unterstützung

    Der Verein setzt sich bei Behörden für bessere Regeln und mehr Möglichkeiten für Tiny Houses ein – das hilft allen Mitgliedern.


    6. Veranstaltungen und Workshops

    Es gibt Treffen, Infoabende, Bau-Workshops und mehr – ideal, um dazuzulernen und Spaß zu haben.


    Kurz gesagt: Man bekommt Unterstützung, Gemeinschaft, Wissen und oft konkrete Hilfe für den Weg ins eigene Tiny House – und das alles im Sinne eines guten, gemeinsamen Ziels.

  • Wenn alle mitmachen, kann und wird sich keiner als Chef aufspielen, das passiert nur, wenn einer alles macht und die anderen wie Schafe folgen.

    Habe auch die Auflösung eines gemeinschaftlichen Hofs (mit echten Schafen und Ziegen) in der Toskana von 2 Familien gekauft und getragen miterlebt. Auf der einen Seite Arbeitstiere, die andere eher Dolce Vita. Das funktionierte in so einem miteinander verknüpften Projekt einfach nicht, auch ohne sich deklarierenden Chef. 50/50 zusammen, aus guten Gründen dann ebenso getrennt.

    Ein anderes gemeinschaftliches Bauprojekt, bei der ich selber die inspirierte und treibende Kraft war, scheiterte es auch daran, dass die anderen mitgezogen wurden, aber wie sich mit der Zeit herausstellte, aus ganz anderen Antrieben. Wieder zum Scheitern verurteilt.

    Von daher ist zu enge Verknüpfung vom Finanziellem und Wohnbereich in den meisten Fällen sehr ungünstig. Außer es gibt in der Tat eine/n umsichtigen geliebten Guru, oder halt in Supervision und therapeutischen Arbeit begleitende. Was sich aber in beiden Fällen bei falscher Einschätzung derer Persönlichkeit fatal herausstellen könnte.

    Bei Tinyhäuser Projekten kann mit Umsicht ja glücklicherweise sowohl der Wohnraum, als auch das Finanzielle sauber getrennt werden. Alle nach Fertigstellung neben guter Nachbarschaft auch problemlose ihres zur Gänze leben. Aus meiner Sicht hat so ein loser Verein, mit klar getrennten und gemeinschaftlichen Interessen, auf Dauer die besten Chancen individuellere Neigungen zu überleben.

  • Kurz gesagt: Man bekommt Unterstützung, Gemeinschaft, Wissen und oft konkrete Hilfe für den Weg ins eigene Tiny House – und das alles im Sinne eines guten, gemeinsamen Ziels.

    Man sieht Ireen's Tinydream, Du hast Deine Hausaufgaben gemacht, engagierst Dich und steckst voll, zumindest theoretisch, in der Sache drin. Unsere Skepsis kommt aus der praktischen Erfahrung, was ein Grund ist ein Tiny House Bewohner zu sein, so autark wie möglich leben zu können, mit so wenig Abhängigkeit vom Umfeld wie möglich. Habe es in einigen Vereinen versucht, bin ein Berliner der in Bayern lebt, wo es viele Vereine gibt, stets waren die Regeln der Satzung wichtiger als die menschlichen Bedürfnisse. Es geht auch nicht anders, wie in der Gesellschaft auch, wenn eine Gemeinschaft, dann gibt es feste Regeln und wer sich nicht daran hält, fliegt raus oder wird von der Justiz bestraft. Nur diese Regeln des Vereins decken die Bedürfnisse eines Freigeistes, eines Menschen, der selbstständig und zurückgezogen in einem Tiny House leben kann, nicht ab, er möchte sich nicht anpassen, der Gruppe zuliebe. Ein Tiny House Bewohner ist nicht einsam, wenn er alleine ist, bzw. weiß soziale Kontakte zu knüpfen. Anderen mag es anders gehen, aber wenn ich höre, Verein gründen vom Stammtisch der anheimelnden Gemeinschaft wegen, läuft mir ein kalter Schauer über den Rücken.

    Ich habe einige Gruppen in meinem Leben gegründet und sie scheiterten nicht, es war auch ein Verein dabei, aber daher weiß ich, ich habe als Leiter der Gruppe mit meiner Person für den Zusammenhalt gesorgt und habe jeden motiviert mitzumachen, habe Angebote formuliert und klar die Struktur ausgearbeitet und vorgeschlagen zur Diskussion. Um Chef im Sinne einer Hierarchie sollte es nicht gehen, aber es braucht eine Persönlichkeit, bei der alle Fäden zusammenlaufen und die motivierend zugkräftig ist.

    Bei dem Gründen eines eingetragenen Vereins sind alle Strukturen vom Gesetz vorgegeben, man braucht einen Juristen um das zu ermöglichen, auch die Hierarchie ist fest verankert. Vorstand, Satzung, Mitgliedsbeiträge und eventuell Gemeinnützigkeit, alles muss mit den geltenden Gesetzen abgeglichen und geprüft sein, sonst gibt es den Eintrag ins Register nicht.

    Willst Du als Erstes einen Verein gründen?

  • Das würde auch das Argument von Wurzelhaus widersprechen, dass sich einer als Chef aufspielt. Wenn alle mitmachen, kann und wird sich keiner als Chef aufspielen, das passiert nur, wenn einer alles macht und die anderen wie Schafe folgen. Da ich aktuell die treibende Kraft bin, aber glücklicherweise nicht machtgeil bin 😁, interveniere ich rechtzeitig und gebe einfach zu, dass ich die Hilfe der anderen brauche und möchte. So ein Projekt kann niemand ganz alleine auf die Beine stellen, ausser er hat ein paar Millionen auf dem Konto geparkt und schon total viel Erfahrung.

    Nee, find ich nicht. Hab's bei einer Hofgemeinschaft mitbekommen, wo es wöchentlich gemeinsame Treffen gab, gemeinsam getragene Entscheidungen und trotzdem hat einer bzw. ein Päärchen gemeint, sich als Chef aufspielen zu müssen.

    Das lag sicher auch an den anderen, die lieber "mitgelaufen" sind, aber so oder so, die Gefahr besteht immer. Viele Menschen schätzen es, einen zu haben, der voran geht und auch Entscheidungen abnimmt / trägt - anfürsich nichts schlechtes. Aber wenn der "Chef" das ausnützt oder seine "Machtbestreben" ausleben will, wird's schnell haarig und sprengt ne Gemeinschaft.