Lehmputz

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    • So eine Lehmwand wird für mich immer interessanter.

      Ich habe mir mal zufällig Agaton-Lehm herausgegriffen:
      thermo-natur.de/agaton-lehm/trocken-und-innenausbau/

      Die Broschüre überzeugt schon:
      thermo-natur.de/wp-content/uploads/AGATON-LEHM_2017.pdf

      "REGULIERUNG DER LUFTFEUCHTIGKEIT:
      Lehm nimmt überschüssige Luftfeuchtigkeit auf, speichert
      sie und gibt sie bei Bedarf wieder ab. Vorteil: Relative Luftfeuchte zwischen 45–55 Prozent schont die Schleimhäute und reduziert Feinststaubbildung."

      Ich habe mal beim Hersteller angefragt und folgende Antwort bekommen:

      "Unsere Lehmplatten kann man direkt auf der Dampfbremse montieren.

      Beachten Sie dazu das nötige Rastermaß, sowie die benötigten Befestigungsmittel im angehängten technischen Dateblatt.

      Unsere Lehmplatten müssten mit vollflächig mit einer Gewebespachtelung (ca. 6mm-8mm), sowie einer anschließenden Deckschicht verputzt werden (Feinputz + Farbe, Oberputz + Farbe, oder Edelputz)

      Über das Rissverhalten der Platten incl. Gewebespachtelung beim Transport liegen uns keine Erfahrungsberichte vor. Je nach stärke können Risse wieder angefeuchtet und verrieben werden."

      Irgendwo habe ich mal gelesen, dass nur die ersten 2mm relevant für die Feuchtigkeitspufferung sind. Quellen wären jetzt interessant :)
      Die Dicke der Lehmplatten wäre also anscheinend vorrangig als Wärmespuffer relevant.

      Eine TH-Wand geht da ja eher Richtung Baracke: u-wert.net/waermespeicherfaehigkeit/

      Inzwischen bin ich schon soweit, die Hälfte meiner Wand mit Lehmplatten zu verkleiden. Da würde sich die Innenwand zum Carport und die Stirnseite beim Bett anbieten. Allerdings würde ich vom Gefühl her sagen, dass Außenseite besser wäre. Da kühlt im Winter die Wand mehr aus und vielleicht puffert der Lehm die Heizwärme besser. I.d. Übergangszeit könnte vielleicht noch Sonnenwärme gespeichert werden und im Sommer schirmt des die knallende Sonne besser. Ich bin noch dabei, mein "Gefühl" rational zu untermauern, vielleicht ist es doch eher vernachlässigbar und der Feuchtigkeitsaspekt dominiert. Ob das mit der Aufnahme von Schadstoffen wirklich stimmt?!

    • Ich glaube die wenigsten hier kennen noch eine Baracke, geschweige denn das sie darin mal gewohnt noch übernachtet haben.
      Ein TH wie es hier meist beschrieben wird ist weit entfernt davon ein Barackenklioma zu haben. Die Baracken die ich kenne habe das "Außenklima" fast 1:1 ins innere übertragen, dh. im Sommer heis im Winter kalt, dazu noch etwas Zugluft. So eine Planung habe ich hier noch nicht gesehen. Deshalb ist eher die Frage was Holzbauten treffen kann wie ich die Luftfeuchtigkeit etwas erhöhen kann im Winter. Und da ist die Lehmplatte eine Möglichkeit. Also in der Nacht die Ausdünstung aufnehmen und über den Tag wieder abgeben. Man sollte den Effekt aber nicht überschätzen.
    • "Baracke" war ein Zitat aus der u-wert.net Beschreibung (als Gegenpol zur "Trutzburg"). Aber ich gebe Dir Recht :)

      Der Hinweis "Man sollte den Effekt aber nicht überschätzen." ist sehr treffend! Danke für den Anstoß!

      Ich sammle gerade Vor- und Nachteile von Lehmwänden. Vorteile habe ich oben zitiert, wie ist es mit den Nachteilen? Gewicht zählt für mich nicht und Masse i.d. Wand hat ja auch einige Vorteile.

      Ich habe so eine Lehmwand noch nie live gesehen. Im Baustoffmarkt habe ich heute auch keine gefunden.

      Ist das ähnlich wie Rigips? Kann man da einfach seine Dosen und Schalter einbauen? Wenn ich Hängeschränke aufhänge, kann man problemlos durch die Lehmwand i.d. Holzständer bohren und kräftig anziehen?

      Wahrscheinlich ist das alles kein Problem, ich hätte es nur mal gerne i.d. Händen gehabt :)
    • Ich kenne die Lehmplatten nur in Immobilien und da sind sie absolut unauffällig...
      Aber wenn es ein THoW sein soll und es fahrt öfters weis ich nicht ob ich die nehmen würde.
      Beim Transport und wieder aufstellen gibt es doch deutlichere Verwindungen als bei einer
      Immobilie. Aber am Besten können das bestimmt die Hersteller auf Anfrage klären.
    • Hallo ViNS,

      ich glaube, Du bist etwas von den Lehmbauplatten infiziert und hast Dich darin etwas "verstiegen". Denke nicht, dass die viele Arbeit, die damit verbunden ist - u. die erhöhten Kosten dies wirklich rechtfertigen. Meine Innenwand ist 19 mm Sichtschalung Fichte geklammert auf 15 mm OSB (Dampfsperre). Momentan , kurz vor 22:00, sitze ich hier bei 23°C und 38% Feuchte. Der Ofen ist schon aus, er strahlt noch ab, aber wird nicht mehr beschickt. Morgen früh, um 08:00 werden es erfahrungsgemäss nach ca. 0°C nachts und ohne Heizung, besetzt mit 2 P. ca 17°-18°C bei ca. 50%-55% Feuchtigkeit sein. Also warum Lehmbau für "gehofft gefühlt" ev. 5% Feuchte Gewinn - wenn überhaupt? Würde es nicht machen und mehr in die Dämmung stecken. Ich glaube, im Immo Sektor ist es ein Marketing Trick für die, die schon alles haben, nur um noch mehr Geld rauszukitzeln.
      MfG Haumdaucha
    • Ha, der Kommentar kommt gerade im richtigen Moment :) Noch ist Luft zum Überdenken drinnen.

      Vielen Dank für die Kritik! Sowas ist mir wichtig!

      Ich habe gerade wieder an u-wert.net gebastelt und mit a.d. Hitze konzentriert und da die tollen Werte gesehen - nur Werte sind Zahlen und die sagen im Endeffekt doch wenig aus. Ich habe noch keine Zahl gefunden, die misst, wie gerne ich Holzöfen einschüre :)

      Wie ist der Rest Deiner Wand? Ich finde diese Infos über Wärmespeicherung sehr informativ. Meine eigenen Erfahrungen beziehen sich nur auf unisolierte Steinwände. Die strahlen viel Kälte, speichern aber auch. Ich bin einmal in Jahr in einer Grotte mit natürlichen Kamin. Da bekommen wir nach ein paar Stunden auch bei < -5 Grad den Fels mit dem Lagerfeuer warm.

      Wie ist es bei Dir im Sommer? Eigentlich habe ich konstruktiv eh die beste Lösung für den Sommer: Carportdach für den Bauwagen und überdachte Veranda zum draußen sitzen :)

      Weil ich aber schon die Screenshot aus u-wert.net gemacht habe: Hier die Lobpreisung der Hitzedämmung von Lehm für 50 kg/m2 -> 2,5t Wand.



      The post was edited 1 time, last by ViNS ().

    • Hallo,

      Werte heute um 08:00: Aussen - 2°C, Min. war -4°C. Innen 14°C., Rel. Feuchte 50% (!).
      Dämmung Wand: Im Holzständer 12 cm Holzflex, dann 2 cm DWD Platte, dann Konterlattung mit 24mm Boden-Deckelschalung. Im Dach 18 cm Holzflex zwischen den Sparren, danach der übliche Aufbau für Trapezblech. Bodenaufbau: Fehlboden mit 10cm Styrodur u. 4cm Dielenbrett aus Fichte. Im Sommer auch sehr angenehm. Habe jedoch Südlage mit grossen Fenstern. Das hilft enorm bei Sonne im Frühjahr und Herbst. Im Sommer bei einigen Tagen über 30° wird es natürlich innen langsam warm. Werde noch eine Pergola mit 50% Dach und 50% Beschattung der Fenstern davor bauen. Ev. Begrünung mit wildem Wein.

      MfG Haumdaucha
    • Danke für die Info. Deine Erfahrungswerte wären für mich leicht gut genug. Ich will mir aber nicht so viel (cm) Dämmung leisten ... Ich muss nochmal eine Runde drüber sinnieren.

      Ich merke, dass viele sehr viel Isolierung für Boden und Decke investieren. Das habe ich bisher eigentlich nicht in dem Maße vor - aber wenn es die meisten anders machen sollte es mich wenigstens zum Nachdenken anregen :)

      Warum hast du 40er Dielen? Sind das aufbereitete alte Dielen?

      P.S.: Ich mag Deinen Hinweis "Ich glaube, im Immo Sektor ist es ein Marketing Trick für die, die schon alles haben, nur um noch mehr Geld rauszukitzeln." Das kann wirklich eine Falle sein :)
    • Was ich gelernt habe aus konvent. Häussern und Passivhäusern ist, daß
      für das Wohlbefinden (dh mein Wohlbefinden) man ein gleichmäßiges Klima braucht.
      Die luft-und winddichte Bauweise kommt dem also entgegen.
      Dazu kommt eine angemessene Dämmung. Weniger Dämmung bedeutet mehr Energie im Winter und mehr oder
      besser gesagt früherer Temperaturanstieg im Haus im Sommer.
      Jetzt kommt es darauf an wo man sein TinyHouse hinstellt (örtlich, Jahrestemperaturen).
      Wichtig ist auch Wärmebrücken (manche nennen es auch Kältbrücke) zu vermeiden.
      Also keine Wärmebrücken, ausreichend Dämmung, wind- und luftdicht und dem angenehmen Wohnen steht nichts im Weg.
      Ob man mit Holz, Gas oder Öl heizt ist eigentlch egal. Leider gibt es, wie auch für Passivhäuser, keine "kleinen" Heizungen.
      Fast alles ist auf normale Häuser abgestimmt. Die Geräte aus dem Campingbereich sind für Dauerheizen etc. eigentlich nicht gedacht.
    • Hallo ViNS,

      Habe ja nur ein festes Minihaus. Die 40er Dielenbretter (Ficht neu!) entstanden konstruktiv durch den Abstand der Punktfundamente und dementsprechend dem großen Abstand der Lagerhölzern von 1,25 m. In die Dämmung zu investieren kann nie verkehrt sein, glaube mir das. Habe zwei grosse Fenster u. eine Türe nur doppelt verglast genommen. Bereue es jetzt schon. Mehrkosten wären nur knapp 300 EUR gewesen. Hätte mich jetzt auch nicht mehr gejuckt.

      MfG Haumdaucha
    • Hallo,

      nur noch ein kleines Praxisbeispiel: Bei mir war um 08:00 am Morgen nach kalter (Min. -4°C) unbeheizter Nacht morgens 14°C. Mit einem 5 Kw Ofen, 27m2 u. 75 m3 umbauter Raum in ca. 2 Std. mit 4 kg. Holzbrikett (2 Stck. je 2kg) wieder auf ca. 22/23°C hochgeheizt. Das hält dann bei knapp über O°C tagsüber wieder ca. 3-4 St. bis man bei um die 20° wieder mal wieder nachlegt.

      MfG Haumdaucha
    • Ich habe mal die Wand von Haumdaucha eingegeben (zumindest meine Interpretation): Heftige Wand: 22cm bei 50kg/m^2



      Wie HItzedämmung ist (für meine Begriffe) beachtlich:

    • Im Vergleich dazu eine leichte und dünne Naturmaterialwand mit 10cm und 17 kg/m^2:



      Die Hitzekurve erinnert da eher an ein Zelt:



      Ich liege mit meiner aktuellen Planung von der Isolation und Dicke dazwischen. Von der HItze je nach Lehm oder nicht, näher bei Haumdaucha oder näher beim Zelt.
    • Ich war heute in einem Baustoffhandel und habe mich über Lehmbau beraten lassen. Interessanterweise war TH für den Berater nichts neues, allerdings kennt es das als kleines Haus, nicht als THoW.

      Er hat für eine (OSB-)Platte unter der Lehmputzplatte geraten, da die Lehmputzplatte eher "labrig" sind wenn sie direkt auf das Ständerwerk kommen. Es gab einen Werbeaufbau, da konnte man viel sehen, aber er hatte keine freistehende Platte da. Mit Putz und allem kommt man auf ca. 35,-. Nach seiner Aussage kann man die Lehmputzplatten mit der Handkreissäge auch kleinteilig zuschneiden, z.B. um die Fenster rum.

      Eigentlich wollte ich aus Gründen der Knauserei bei der Wandstärke keine Holzplatten unter der Lehmwand nehmen, allerdings geht dann auch die Versteifung flöten, von den Lehmplatten erwarte ich da nicht viel. Die (die ich gesehen habe) besteht im Kern aus einem Strohgeflecht.

      Auf jeden Fall sind die Platten fest genug um Problemlos Dosen und Schalter einzubauen.

      Für die Wärmespeicherung (Ofenwärme) hat er eine Zusatzwand aus Lehmziegeln empfohlen. Ist mir zu dick.

      Und ich habe gelernt, dass es OSB-Platten der Schadstoffklasse 0 gibt, ist OSB also doch nicht so böse?

      Dann war ich noch im Fliesenhaus und stelle fest, dass die Verkäufer/Berater unterschiedlich offen für Selbstbauer sind :)
    • Hallo,

      darf ich fragen was das für Lehmplatten sind? Wir arbeiten manchmal mit Lehmplatten. Diese sind sehr schwer und brechen schnell wenn man nicht vorsichtig ist. Sie haben in der regel beidseitig ein Armierungsgewebe eingearbeitet.
      Ich überlege ob du statt OSB (weil auch recht schwer) ein anderes dünneres Holz nimmst. Darauf trägst du eine relative dünne schicht lehm auf, tackerst danach sogenanntes "70ig Stägeliges" (das sind Putzträgermatten aus Schilfrohr. Gibts von der rolle) Danach eine Lehmschicht drüber putzen,Armierungsgewebe reinarbeiten(wir mussten letztens Jute statt Glassfaser nehmen. geht aber ist ein bißchen tricky über Kopf weil es gerne mal abfällt)....und zum schluss deine Feinputzschicht.
      Ich arbeite selten mit fertigen Lehmmischungen. Wir rühren immer selber an. Da kann ich gerne Tipps geben :)

      Ich möchte unbedingt gerne wissen wie du es machst, da ich ich selber gerne Lehm in mein zukünftiges Tiny haus verbauen möchte, aber mir gedanken um die Rissbildung bei Bewegung mache.

      Lieben Gruß
      Kat
    • Haumdaucha wrote:


      In die Dämmung zu investieren kann nie verkehrt sein, glaube mir das. Habe zwei grosse Fenster u. eine Türe nur doppelt verglast genommen. Bereue es jetzt schon. Mehrkosten wären nur knapp 300 EUR gewesen. Hätte mich jetzt auch nicht mehr gejuckt.

      MfG Haumdaucha
      Du wünschtest, Du hättest lieber dreifach verglaste Fenster genommen, oder wie meinst Du das? Ist das dasselbe wie eine Thermoverglasung?
    • Katzua wrote:

      Hallo,

      darf ich fragen was das für Lehmplatten sind? Wir arbeiten manchmal mit Lehmplatten. Diese sind sehr schwer und brechen schnell wenn man nicht vorsichtig ist. Sie haben in der regel beidseitig ein Armierungsgewebe eingearbeitet.
      Ich interessiere mich auch für Lehm im TH, und dachte, daß Platten es einfacher machen würden. Was denkt Ihr von diesen Platten hier?
      naturbo-lehmputz-lehmbauplatte…er-naturbo-lehmbauplatten
      Sie können (angeblich) auf Massivholz oder Ständer montiert werden, danach noch verspachteln und Oberfläche malen. Gibt es einen Haken?