Tiny House mit Kindern?

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    • Tiny House mit Kindern?

      Hallo zusammen,

      ich habe die Schnauze voll vom Mietwucher speziell im Raum München, ich würde aber trotzdem gerne im Bereich meiner Heimatstadt bleiben. Wenn es um mich und meine Frau ginge, würden wir wahrscheinlich sofort in ein Tiny House ziehen, ich habe aber noch einen zwei Jahre alten Sohn und hätte gerne noch mehr Kinder.

      Ich habe ein wenig herumgestöbert, und in Amerika scheint es sehr wohl Familien zu geben, die erfolgreich in einem Tiny House leben. Die Kinder sind dabei die meiste Zeit in der freien Natur, ich denke, das ist nicht das Schlechteste für sie.

      Nun ist Deutschland nicht Amerika, und wir haben hier eine allgemeine Schulpflicht (die ich auch für sehr sinnvoll halte).

      Hier meine Frage: Gibt es schon Familien mit Kindern in Deutschland, die in einem Tiny House leben? Wie macht ihr das dann mit der Schule? Wechselt ihr dann immer für alle paar Monate den Wohnsitz rund um die Schule, aber nicht zu weit, damit die Kinder nicht aus ihrer Lernumgebung gerissen werden? Kann man sich so etwas im Umfeld von München oder Landshut vorstellen (ein Großteil meiner Familie lebt dort)?
      Und was wird das Jugendamt dazu sagen?

      Vielen Dank für die Vorschläge!
    • Hallo und Willkommen,

      es gibt Dokus von Familien mit Kindern im TH, ich kenne jetzt aber keinen mit Schulkindern. Für mich selbst wäre es zu eng - aber anderen passt es.

      Vielleicht verstehe ich Dich nur falsch, aber mir ist sehr unklar, was Dir vorschwebt. Ich würde mal sagen, dass es folgende Kategorien gibt:

      * Freies Leben - ohne festen Stellplatz a.d. Straße. Das machen viele Rentner mit ihren WoMos so, oder z.B. Jonson: jonsonglobetrotter.de

      * Wagenplätze: Hier stehen Bauwägen, LKWs, WoMos, Jurten, ... Diese Plätze sind meist mehr oder weniger geduldet. In München z.B. Olga. Dort wohnen durchaus schulpflichtige Kinder.

      * Tiny House: natürlich sind die obigen Unterkünfte auch TH im weiteren Sinne, aber hier meine ich den neuen Trend von "wirklichen" Häusern, nur eben kleiner. Die stehen i.d.R. ziemlich dauerhaft, im Idealfall mit Meldeadresse, GEZ, DSL, ... Entweder mit Baugenehmigung, nur eben als kleines Haus oder ohne auf Privatgrund i.d. Hoffnung dass sich keiner beschwert. In manchen Bundesländern auch zum offiziellen Wohnen a.d. Campingplatz.

      Hier sammeln sich im wesentlichen Vertreter/Interessierte der letzten Kategorie. Darum ist mir völlig unklar, wie Du das mit dem Umzug alle paar Monate meinst?!
    • ViNS schrieb:


      Darum ist mir völlig unklar, wie Du das mit dem Umzug alle paar Monate meinst?!
      Das ist mir im Grunde auch nicht klar :)
      Ich habe im Internet schon die tollsten Entwürfe von Startups und Designern gesehen, aber es wird wohl einige Zeit dauern, bis das alles verwirklicht wird.
      Ich dachte mir, dass man nicht zu lange an einem Platz leben kann, oder wie man es anstellt, wenn man hin wieder seine Umgebung wechseln will (Stadt/Land).
      Vielleicht sollte ich direkt mal mit den Leuten der Olga sprechen, wie die das anstellen.
      Es ist mir schon klar, dass das eng wird, aber man kann vielleicht mit der Zeit ein zweites Haus kaufen oder modular erweitern (wie es einige Startups vorhaben).
      Den Werbespot mit den Spießern kenne ich schon, ist ganz lustig. Ich habe aber eigentlich schon noch vor, mich hin und wieder zu duschen :rolleyes:
      Schade, dass die Idee des Tiny Houses in so einer schmuddeligen Ecke steht, sie ist doch ganz zukunftsträchtig.
    • Max Kraft schrieb:

      Schade, dass die Idee des Tiny Houses in so einer schmuddeligen Ecke steht, sie ist doch ganz zukunftsträchtig.
      ??? Ich habe den Eindruck, wie kommunizieren völlig aneinander vorbei! Im Unterschied zur Bauwagenszene (und also solchen betrachte ich Olga), ist das "klassische" TH etwas ganz spießiges! Hübsche Häuschen mit Gastherme, evtl. Fußbodenheizung, ... für 10K (Selbstbau) bis 100K.
      tinyhousevillage.de vs. olga089.blogsport.de (wobei ich nichts gegen Olga und Bauwagenplätze sagen will, ich unterscheide nur.)

      Und ein gangbarer Weg ist für ein TH der, dass man ein Grundstück kauft oder pachtet und einen Bauantrag stellt. Oder man sucht einen Bauern und steht hinter seinem Hof solange sich niemand beschwert, oder ..., oder ...

      Ich persönlich nehme die ganzen Sachen von Startups und Designern nicht ernst. Ich selbst will mein TH selbst bauen (mit Hilfe). Dann gibt es auch schon ein paar etablierte TH-Manufakturen, im wesentlichen Schreiner, und ein paar schwarze Schafe scheint es auch schon zu geben :)

      Ich empfehle als Einstieg die Videoblogs von Nessa Goes Wild auf Youtube. Wobei dort eine Beschränkung auf 2,55m Breite und 3,5t angenommen wird. Das ist zu eng gegriffen, da geht, mit den entsprechenden Einschränkungen, viel mehr.
    • Nennen wir es "bodenständig" :)
      Die Bauwagenszene hat zwar sicher ihre Berechtigung, aber für mich ist es doch etwas zu wild. So was wie tinyhousevillage habe ich mir schon eher vorgestellt. Es muss nicht super luxuriös sein, aber irgendetwas dazwischen.

      ViNS schrieb:

      Und ein gangbarer Weg ist für ein TH der, dass man ein Grundstück kauft oder pachtet und einen Bauantrag stellt. Oder man sucht einen Bauern und steht hinter seinem Hof solange sich niemand beschwert, oder ..., oder ...
      Das wollte ich eigentlich wissen. Kennt ihr jemanden, der das mit Kindern macht? Wie sieht das mit dem Pachten in und um Großstädten (z.B. München) aus?

      Was wahrscheinlich auch ganz schön ist, wenn man zwei Tiny Häuser hat: Eins im Anhänger-Stil (das leicht mit einem Auto bewegt werden kann) und eins als Bungalow (der auch transportiert werden kann). Die Kinder können dann im Bungalow unterkommen, und den Anhänger verwendet man dann für ausgedehnte Reisen.
      Mir schwebt vor, das Haus von einer Firma bauen zu lassen, und die Möblilierung größtenteils selbst zu übernehmen. Ich habe schon etwas handwerkliches Geschick, aber nicht so viel, dass ich ein Tiny House aus dem Nichts aufbauen kann. Sachen wie Isolierung, Wasserversorgung und Gas traue ich mir dann doch nicht zu.

      Wie viel würde denn eine Pacht und das Bauen dieser zwei Häuser kosten (ohne Möblilierung)?
    • Das ist TH, wie ich es meine: Individuell :)

      Zu München, Familie und Pacht kann ich Dir nichts sagen.

      Zum Bauen: es gibt viele Bauberichte von Leuten, die sich ihr TH einfach selbst zusammenschrauben. Für die Diskussionen um Konzepte, Material und Isolierung (Hinterlüftung oder nicht? Was ist diffusionsoffen?, ...) gibt es z.B. das Forum hier. Da kannst Du dann immer noch die Elektro-, Wasser- und Gasinstallation machen lassen.

      Fertig gebaut würde ich mal so ca. 20-30K pro Wagen tippen.

      Allerdings würde ich mit dem Internetwissen, das ich mir die letzten Monate angelesen habe, selbst über den Aufbau (Isolierung, ...) entscheiden und das nicht abgeben. Z.B. möchte ich kein OSB.
    • Hallo,

      Wir sind auch eine junge Familie, derzeit ein Kind. Wird wohl irgendwann noch ein zweites.

      Wir stehen vor dem gleichen Problem: Entweder es sind die abgerockten Wagenplätze (die auch ihre Berechtigung haben) oder es geht gleich komplett Richtung großes Haus, Grundstück etc.

      Aber dazwischen findet man derzeit eben quasi nichts. Wir suchen einfach ein nettes kleines Plätzchen wo wir ein kleines Haud hinsetzen können, vielleicht auch mit einer Tiny House Gemeinschaft herum.

      Hoffen wir, dass sich bald etwas tut.
    • Hallo Dome,

      eine kinderfreundliche Tiny-House-Gemeinschaft wäre ideal, aber anscheinend gibt es so etwas nicht in Deutschland. Mehrere Monate auf einem Campingplatz untern Rentnern stelle ich mir nicht sehr einfach vor. Aber ich schätze, man muss einfach mal anfangen.

      Ich habe noch ein Eisen im Feuer, ich bin Mitglied in einer Baugenossenschaft, aber wenn das nicht funktioniert, habe ich keine Lust mehr, mich auf Wohnungssuche zu begeben. Ich werde mir mal in nächster Zeit einige Anbieter ansehen.

      Darf ich fragen, wo du wohnst?
    • Moin Max,

      Wir wohnen in Hamburg.

      Auf die Campingplatz-Rentner-Gemeinschaft (nicht böse gemeint) haben auch wir keine Lust.

      Es gibt sicher ein großes Interesse in der Altersklasse 25 bis vielleicht 35, die keinen Megakredit aufnehmen wollen, sondern mit weniger Wohnfläche auf einem gemeinsamen Grundstück glücklich sind. Muss ja garnicht zwingend ganz Tiny sein. Maximal 75qm sag ich mal. Jeder zahlt anteilig den Platz den er einnimmt, dazu gibt es einen Gemeinschaftsgarten mit Beeten etc.

      So stelle ich mir das vor. Wäre eine Möglichkeit. Aber es scheitert eben an den Grundstücken und der Bürokratie.

      Ihr kommt aus dem Münchner Raum?
    • Ich habe noch keine Kinder, aber vielleicht ändert sich das noch, also mache ich mir schon Gedanken. Ich würde ja für die kleinen Kinder einen kleinen zweiten Loft planen und wenn sie größer sind einen weiteren Wagen bauen. Je nachdem wie gut die sich im Teenie-Alter vertragen und wie viel Platz man hat, könnte ich mir auch vorstellen, dass noch ein dritter Wagen notwendig wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es auf Dauer mit größeren Kindern auf weniger als 25qm gut geht.

      Ist leider kein Praxisbericht, aber meine Überlegungen.

      LG
    • Sehe ich genauso. Für die heranwachsenden Kids später einen eigenen Wagen dazustellen. Das wird vor allem jedes Mal ein riesen Ereignis :)
      Darüber hinaus sollte ein 9m Wagen mit zwei Lofts reichen. Unter einem mit 1,40 Querbett das Bad, unter dem anderen mit 2,50 für Bett und Schrank die Küche. Und viel Wohnraum in der Mitte, da bleiben ca. 5m übrig, den man schön funktional aufteilen kann.

      Viele Grüße,
      Martin
    • Über Bad und Küche jeweils große Lofts? Wie soll das rechtlich gehen?

      Die Sache mit den Lofts ist wohl mit den Tinyhäusern generell aus den USA zu uns gekommen. Da scheinen Trailer nicht den Baubestimmungen zu unterliegen. Bei uns ist das anders. Bei uns sind sie in der Regel Gebäude und unterliegen den Vorschriften der Baugesetze. Zum Beispiel denen zu den Mindesthöhen in Wohnräumen. Da wird es meiner Meinung nach mit Lofts verdammt knapp.

      Ich würde empfehlen, sich auch in den Fällen, in denen für kleine Häuser keine formalen Genehmigungen eingeholt werden müssen, sich an die Vorschriften so weit wie möglich zu halten. Denn es macht keinen Sinn, einen beachtlichen Teil seines Geldes in ein Tinyhaus zu stecken und anschließend ein böses Schreiben der Baubehörde im Briefkasten zu finden.

      Ansonsten sehe ich das Leben mit Familie im Tinyhaus eher unproblematisch. Kinder brauchen nicht viel Platz in der Wohnung, sondern die organisatorische Möglichkeit, sich auch mal zurückziehen zu können. Das lässt sich auch auf wenig Platz machen. Viele Weltumsegelungen mit kleinen Kindern beweisen es. Und ansonsten gibt es vor der Tür des Tinyhauses mehr Platz zum Toben als vor so mancher Wohnungstür im Mehrfamilienhaus.

      Gruß Udu
    • Udo schrieb:

      Über Bad und Küche jeweils große Lofts? Wie soll das rechtlich gehen?
      Warum sollte das rechtlich nicht gehen? Wenn es danach ginge, wären 90% der bereits laufenden THs in D nicht genehmigungsfähig.
      Aber darum ging es in diesem Thread nicht, es ging um die Möglichkeit, ein Haus mit 3 Kindern zu bewohnen.

      Viele Grüße,
      Martin
    • Hallo Udo,

      ich selbst bin Segler mit Langstreckenerfahrung und kann Dir sagen dass das Leben auf einer Yacht nicht mit dem in einem Tiny Haus vergleichbar ist. Die sog. Weltumsegler planen für max. ca. 1-2 Jahre wenn die Kinder nicht in der Schule sind, also zeitlich sehr limitiert, d.h. schon mal es ist keine Dauerwohnlösung. Wer so eine Yacht besitzt, wohnt nach dem Trip wieder im grosszügigem Eigenheim. Die Yachties bewegen sich meist in sehr warmen Gefielden. Kleidung beschränkt sich auf T-Shirt und Badehose. Arbeit, Schule, Vereine und sonstige Verpflichtungen gibt es nicht. Tagsüber "wohnt" man bei schönem Wetter auf Deck oder vertreibt sich die Zeit mit dem Beiboot auf der Inselwelt oder auf dem Strand, schnorcheln, angeln, wandern, sightseeing etc. Für Kinder ist das ein zeitlich begrenztes Paradies und Abenteuer. Die Yachten sind eher gross und luxuriös mit mehreren Kabinen. Das ist mit einem normalen Alltagsleben in D keinesfall vergleichbar, was ja dann im TH stattfinden müsste.
      MfG
    • Ich habe mal zu Dritt, Frau und Tochter von 14 Jahren in Rheinau bei Dieter probegewohnt.
      Diese Erfahrung sagte mir ganz deutlich. Dauerwohnen mit einen gewissen (echt kleinen) Maß an Komfort ist in unseren Gefilden nicht möglich.
      Die Träumerei von Lagerfeuerromantik und bezahlbaren eigenen 4 Wänden ist für mich zumindest vorbei.
      Und wer das nicht glaubt, sollte einfach mal alle Sachen die man denkt zu benötigen auf einen Berg schön sorgfältig zusammenpacken.
      Danach kann man ganz entfernt einschätzen, was man an Stauraum benötigt. Mit Kindern halte ich die Sache Tinyhaus für die Ferien ok. Alltag noGo!
      Macht doch einfach mal ein Probewohnen. Da gibt es doch mittlerweile diverse Möglichkeiten.
    • Es geht wahrscheinlich nicht nur um die Wohnfläche, sondern generell um die Werte im Leben.
      Wenn man nur in ein Tinyhaus zieht in der Hoffnung, die Lebenshaltungskosten zu reduzieren, dann wird das mit einer Familie sicherlich nicht funktionieren.
      Wenn man aber bewusst reduziert leben möchte, dann geht das meiner Meinung nach auch mit Kind, weniger mit Kindern, in einem normalen 3,5-Tonnen-Haus. Dann muss man sich aber bereits vorher vom größten Teil der angeblich 10000 Besitztümer, die der durchschnittliche Industriestaats-Bewohner sein eigen nennt, getrennt haben. Man darf auch keine Scheu davor haben, dass das Kind seine Eltern mal nackt sieht. Und alle Beteiligten müssen ausreichend Toleranz und Rücksichtnahme gelernt haben.
      Aber wenn das der Fallist, warum dann nicht?

      Der Vergleich mit den Weltumseglerfamilien mag heute hinken, wo die meisten auf 15 Meter langen Booten unterwegs sind. Oder gar auf Katamaranen, die man ehrlicherweise eher nach Wohnfläche statt nach Bootslänge klassifizieren sollte. Aber zu Erdmanns Zeiten war das typische Blauwasserschiff auch nur 8 Meter lang. Und soweit bekannt haben die Sprösslinge dieser Abenteurer kaum bleibende Schäden davon getragen.
    • mit kleinen Kinder bis 10 jahren kann es gehen danach es is unmoglich, weil nich nur Elter sondern auck Teenis haben ihre "PRIVAT" bedurfnise und brauchen ihre Privatsphaere. Viel spass ihren Gamer Sohn oder Diva-Princesin Tochter zu sagen die sollen Pisse und Kacke aus dem Komposttoilette raustragen, wiel spass damit :D
    • Es sind ja nun auch ein paar Kontra-Argumente gekommen.
      Finde ich gut.

      Was mich generell stört ist die Klassifizierung. Warum kann ein kleines Modulhaus nicht auch als Tiny House betrachtet werden? Sollte man dafür vielleicht ein Unterforum erstellen? Ich denke nicht, dass Tiny nur maximal 20m2 bedeutet. Und dann wird es eben auch für Familien wieder interessanter.