Öko-Standards

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    • Öko-Standards

      Hallo!

      Ich mache mir Gedanken darüber, wie ich möglichst frei von Wohngiften und ökologisch sinnvoll und nachhaltig bauen kann.
      Worauf achtet Ihr denn so, wenn Ihr in die Richtung denkt? Ich merke nämlich, daß mir da nur Stichwörter in den Kopf kommen, die ich aber nicht begründen kann, und die auch nur so aussehen könnten, als seien sie sinnvoll... . Einheimisches Holz...umweltfreundlicher Lack...recycletes Baumaterial...Holzpellet-Ofen...Schafwoll-Dämmung... ?( Vielleicht gibt es das auch irgendwo zum Nachlesen? Danke schonmal!
    • Ich will auch ökologisch bauen, aber nicht extrem.

      Was ich bisher rausbekommen habe:

      Manche Materialien sind schlecht: z.B. OSB. Praktisches Material mit dem ich im Außenbereich schon gebastelt habe, aber das möchte ich nicht im TH. Ich gebe aber zu, dass ich bei KVH (Konstruktionsvollholz) und 3-Schicht-Platten gegenüber Leim toleranter bin.

      Anstelle von Lack außen spekuliere ich im Moment noch auf eine unbehandelte Lärchenverschalung. Muss noch meinen Holzwurm konsultieren.

      Bei der Isolation muss man bedenken, dass viele Naturmaterialien noch Zusatzstoffe gegen Gammel und Insektenbefall brauchen. Dann noch Brandschutz und Stützmaterial, damit das ganze nicht so zusammen sackt (z.B. aus Kunstoff). Manche Isoliermaterialien haben das schon, da kann man bei den Herstellern nachlesen. Meine Quelle für Hersteller ist natürlich u-wert.net (was denn sonst bei mir :)).

      Ich selbst habe mich im Moment auf Holzfaserdämmplatten eingeschossen. Die brauchen diese Zusatzstoffe.

      Das ökologischste, von dem ich bisher gehört habe, ist Seegras: Hat wohl von sich auch Brand-, Gammel- und Insektenschutz. Isoliert laut u-wert.net auch nicht so schlecht. Ein Lieferant hat auf FB erzählt, dass er schon einige THs damit isoliert hat. Auch die Beschaffung ist ökologisch (am Strand aufsammeln). Suche doch mal nach den Videos.

      Bzgl. Unterspannbahn/ Dampfbremse: Hier im Forum hat mal einer geschrieben, dass pro clima auf umweltverträgliche Herstellung achtet.

      Innenwand: Da verspricht Lehm natürlich super öko zu sein: Lehmputz

      Wo die ökologischen Vorteile eines Pelletofens gegen einen guten Holzofen sein sollen, wüsste ich nicht?!
    • Cool.
      Ach, wahrscheinlich hab ich das mit den Holzpellets nur falsch abgespeichert :) Aber welches Holz kann man denn guten Gewissens im Ofen verbrennen, wo am besten besorgen...etwa diese in Zwiebelnetze verpackten fünf Scheite aus dem Baumarkt?

      Lehm, ich bin gerade total für Lehm! Hab es mir heute bei Freunden in ihrem selbstrestaurierten Haus angesehen. Es hat die Atmosphäre sehr angenehm gemacht. Eventuelle durch den Transport entstehende Risse könnte man ja einfach mit Wasser wieder verreiben, meinte der Freund. Nachteil könnte sein, wertvolle Zentimeter zu verlieren, was bei einem kleinen Wagen mehr ins Gewicht fällt als im Haus.

      Das soll ein sehr guter Anbieter (wenn nicht der) von Ökofarben und so sein: kreidezeit.de/

      Seegras - tauchte bei mir soeben auf fb mit einer eigenen Seite auf! facebook.com/pg/seegrashandel/about/?ref=page_internal
      Es klingt ja wirklich nett und sogar vegan..bin nicht vegan, aber Öko-Schafwolle wird sicher sehr teuer.
      Die Preise dieses Herstellers, seegrashandel.de, lauten:
      "Seegras als loses Stopfmaterial kostet 1,70 € pro kg plus Mehrwertsteuer und Transportkosten.
      Für 1 m³ Dämmung werden ca. 50 kg Seegras benötigt, das ergibt einen Preis von 85,- €.
      Das bedeutet, dass 1 m² gedämmte Fläche bei einer Dämmstärke von 20 cm ungefähr 17,- € kostet"

      WIe kann ich das einordnen...
      Ich meine, ist Seegras nun auch besonders teuer oder erfordert viel Platz?
      Werden eigentlich alle Flächen gedämmt oder der Boden nicht?

      Lärche :thumbup: dann die europäische? es wird ja viel von sibirischer geschwärmt, hier wird das besprochen: zirkuswagen.com/haeufige-fragen/
    • Brennholz wird hier bei mir in Bayern in jedem Dorf angeboten, das noch Bauern hat. Die liefern gerne. Aber auch im Baumarkt habe ich schon 1 Raummeter für 80€ gesehen. Der Preis ist eigentlich egal, wenn Du mit ca. 3 Raummeter rechnest. Hier boomen Holzöfen und darum ist das Angebot üppig. Ich verwende nur Hartholz (Eiche und Buche) und habe Platz um für 1-2 Winter zu lagern. Für das TH plane ich den LKW-Anhänger und die andere WB durch gestapeltes Holz zu kaschieren (und den Zug unter dem Boden zu vermindern).

      20cm Dämmung finde ich üppig! Ich bin inzwischen wegen der Dämmung von 8cm auf 10cm gegangen, das muss (mir) aber reichen.

      Das Video unter seegrashandel.de sieht mir auch eher nach 80x60 aus?!

      Wegen dem Preis: 5€/qm ist so ziemlich die untere Preisschranke für die billigste Dämmung bei 100mm (nicht öko!).
      Mein aktueller Favorit Gutex Thermoflex kostet 13€/qm gutex.de/fileadmin/uploads/Dow…BR_Preisliste_2017-09.pdf

      Da wäre Dein Preis für 100mm (oder weniger!) extrem günstig.

      Mir wurde ein Baustoffhandel empfohlen, die einen Lehmspezialisten haben. Da will ich morgen mal hin ... Im Moment tendiere ich zu Lehm.
    • Ein paar Gedanken meinerseits:

      Holz ist leider kein nachhaltiger Brennstoff. Wer sich dafür genauer interessiert sollte sich diese Doku anschauen.

      Der deutsche Forst mag nachhaltig wirtschaften, ist damit aber bereits an seine maximalen Kapazitäten gelangt. Daher wird Holz aus Osteuropa importiert. Die Wege sind teilweise unergründlich, weshalb auch illegal gerodetes Holz bei uns im Ofen landet. Unnötigerweise gilt nach deutschem Recht Holz als regional, wenn es in Deutschland verarbeitet wurde. Das vermeintlich regionale Billigholz aus dem Baumarkt kann daher hunderte bis mehrere tausend Kilometer transportiert worden sein.

      Daraus lässt sich erahnen, dass das nichts mehr mit CO2-Neutralität zu tun hat. Auch wenn man sich bemüht wirklich regional geschlagenes Holz zu bekommen, muss daraufhin jemand anderes auf die schlechte alternative zurückgreifen. Das löst also das eigentliche Problem nicht.

      Gut ist natürlich, dass der Heizbedarf aufgrund des kleinen Raumvolumens gering ist. Aufgrund des schlechten Oberflächen/Volumenverhältnisses gegenüber Mehrfamilienhäusern kann der pro Kopf Wärmebedarf relativ gesehen bei Tiny-Houses schlechter ausfallen.

      Wenn man Holz verwendet sollte also so viel Energie im Raum gehalten werden wie möglich. Eine Idee wäre ein wassergeführter Ofen, der gleichzeitig das Brauchwasser mittels Wärmetauscher erwärmt. Es gibt auch kleine Küchenhexen, auf denen während der Heizperiode gekocht werden könnte.

      Eine automatische Be-/Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sollte in jedem Tiny-House Standard sein. Diese sind hocheffizient (1W/10m³) und sorgen für bedarfsgerechten regelmäßigen Austausch der Luft -> CO2 Sensor und Feuchtigkeitsregulierung...

      Viele Menschen lüften immer noch falsch, manche richtig. Ich kenne jedoch keinen der es schafft dabei die Wärme im Raum zu halten ;)

      Schönen Abend.

      Patrice
    • Payty wrote:

      Ein paar Gedanken meinerseits:

      Holz ist leider kein nachhaltiger Brennstoff. Wer sich dafür genauer interessiert sollte sich diese Doku anschauen.
      Hallo Patrice,

      hast Du alternativen zu Holz? Die Hütte muss halt warm werden.
      Mein Holz kommt definitiv aus dem Schwarzwald, da ich beim aufladen der Stämme dabei war.
      Im Gegensatz zu Öl, Gas… kann ich beim Holz Geld und Produktionsenergie sparen.

      Gruß Stefan
    • @Steff

      Dieser Herr hat ein interessantes Konzept in seinem Tiny House (Warmluftsolarpanel). Dabei stellen sich jedoch zwei Fragen:

      1. Wie lange dauert es bis sich der CO2-Abdruck des Solarmoduls gegenüber Holz rechnet. Wobei Solarthermie dort relativ gut bei wegkommt. Ich rechne da gerade noch herum und gebe bescheid wenn ich genaueres weis.

      2. Er kommt damit sehr gut über den deutlich kälteren Winter in Kanada. Ist das hier auch so möglich? Wenn kontinuierlich Schnee liegt, bildet dieser eine zusätzliche Isolation für das TIny House und die Reflektion und damit der Solare ertrag werden gesteigert.

      Wenn ich mir unsere trüben Winter so anschaue, wird es schwierig ohne Zusatzheizung auszukommen. Als Grundlastheizung meiner Meinung nach jedoch sehr interessant.