Beiträge von faiba

Das Tinyhouse Forum wurde Anfang 2026 geschlossen.
Details hier: Schließung des Tinyhouse Forums

    Hallo,

    ich möchte Euch berichten in welchen Bereichen ich beim Bau meines mobilen Tinyhouses (b=2,55m, h=4,00m, l=6,92m, gewicht 3,5t) von den normalerweise bestehenden Regeln abgewichen bin und welche Erfahrung ich damit gemacht habe:

    Material: Ich habe für die Konstruktion der Ständer Paulowniaholz verwendet, welches keine Zulassung im Holzständerbau hat. Dazu habe ich aus 18mm Plattenmaterial 3schichtiges Leimholzständer mit einer Länge von 6m hergestellt aus denen ich dann die Rahmen zusammengeschraubt habe. Aufgrund der fehlenden statischen Berechnung, habe ich für mein Bauchgefühl jeden 2. vertikalen Ständer aus Kiefernholz KVH hergestellt um mehr Steifigkeit in die Gesamtkontruktion zu bringen. Dies hat zu einer akzeptablen Verbesserung der Durchbiegung der Gesamtkonstruktion geführt.

    Abweichung: keine Statik, nicht zugelassenes Holz.

    Erfahrung: keine Probleme, sehr guter Wärmeschutz, sehr guter Hitzeschutz, sehr guter Feuchteschutz, kaum Verformungen beim Fahren, lediglich Verformungungen der Massiven Holzblatten aus Paulownia beim Ausbau durch Feuchteänderung (Bewegung, Fugenbreite der Möbelfronten mit 2mm etwas zu gering bei durchschnittlich 95% Luftfeuchte im Winter)

    Fassade: Korkfassade aus 40mm Sichtkork, nur vertikal an der Stößen (Stufenfalz) geklebt auf 12mm Multiplex Seekieferstreifen b=8cm, Hinterlüftung 15mm.

    Abweichung: keine Fassadenstatik, Hinterlüftung<30mm (15mm) also keine Hinterlüftung nach den Regeln der Technik. Ein runde altes Alu Fenster als Festverglasung (Recyling ohne Sicherheitsglas)

    Erfahrung: bisher keine Probleme

    Ofen: kleiner Selbstbauofen < 1KW

    Abweichungen: Ofen ohne Zulassung, Abstand Kaminrohr zur Holzoberfläche der Wand <10cm, Dämmung um die Durchführung ist Hanf (brennbar), lediglich eine Doppelwandige Durchführung aus Edelstahl von 50cm, Kamin durch Dachhaut (Blech) mit nur 30cm Höhe über Dachhaut.

    Erfahrung: noch keine, wird sich diesen Winter zeigen.

    Baugenehmigung/TÜV:

    Abweichung: keine Absprachen mit Behörden (Baugenehmigung), keine Tüvprüfung des Hauses auf dem Anhänger, Befestigung mit 16 Edelstahlbolzen M12 am Hänger, Überstand Deichsel (23cm), Überstand Hinten (10cm)

    Erfahrung: bisher keine Probleme, weder auf der Straße noch am Standort (Portugal)

    ich arbeite selbst seit 25 Jahren als Architekt und kenne die Bauordnung. Dennoch kann man auch ausserhalb der Bauordnung Experimente machen, die sind zwar dann ggf. illegal aber aufschlussreich und man kann dann aus den Fehlern bzw. dem Scheitern lernen. So lange man nicht erwischt wird kann man so ziemlich alles unternehmen. Ich lebe in Portugal auch hier gibt es Bauordnungen, aber dort interessiert es nicht viele Menschen wie der Wohnwagen den man sich gebaut hat und in dem man lebt beschaffen ist. Daher werde ich meine positiven Erfahrungen und mein Scheitern teilen und berichten. Wie gesagt es wird ein Prototyp ohne Baugenehmigung in dem ich meinen Hauptwohnsitz habe, mir geht es hier rein um die inhaltliche Betrachtung sowie lernen & verstehen und nicht um formale Zwänge.

    Da ich das Haus auf einem Trailer auf einem Privatgrundstück errichte, brauche ich keinerlei Genehmigungen oder Zulassungen (Graubereich). Das Haus ist ein Prototyp zu Erforschung neuer Bauweisen und daher ohnehin nicht genehmigungsfähig, ausserdem wird von mir selbst privat genutzt, wenn dann Teile beim Umzug abfallen oder bei einem Sturm das Tragwerk versagt, ist das halb so schlimm, da ich das Risiko selber trage, das Haus wieder aufbaue und in dem Falle die Verantwortung übernehme.

    Bis dahin gehe ich davon aus dass, nichts schlimmes passieren wird und mein Menschenverstand und meine Erfahrung mich leitet.

    Ich lebe in einem System in dem Vertrauen herrscht und keine Kontrollen stattfinden (westlichstes Europa) :P 8o :saint:

    Vielen Dank für die Meldungen.

    Ich bin dabei es auszuprobieren und trage das Risiko selbst falls etwas passiert. An der Rahmenecken und bei den grossen öffnungen werde ich Fichten KVH einsetzen sonst nur Paulownia, sowohl für die Rahmen als auch für die beidseiteigen Beplankungen (18mm).

    Damit spare insgesamt 850g Gewicht. Die Statik habe ich textbasiert von Chat GPT 4rechnen lassen. Sieht ganz gut aus.

    Hallo,

    ich habe 4,5 m3 Palowniaholz auf dem Hof stehen und würde mir aus den Platten (2,0 x 0,60m 18mm) gerne die Ständer für mein Tinyhaus zusammenleimen Ähnlich BSH zur um 90 grad gedreht. Hat jemand Erfahrung mit sowas?

    Da ich das Holz habe und wenig Geld für extra Ständer übrig habe würde ich das gerne versuchen. Es wären dann Streifen von 80mm Breite die dann in 3 Schichten a 18mm einen Ständer von 80 x 54 mm ergeben die ich dann zu Rahmen für das Ständerwerk anordnen möchte. Diese werden dann beidseitig mit 18mm Palowniaholzplatten beplankt.

    Grüße Fabian

    Ich habe Velfac Holz Alu Fenster verwendet, G Wert 37% 2fach verlast, Standort Portugal.

    Die Fenster klappen nach aussen, so muss man im inneren keinen Platz freihalten.

    Ausserdem hat der Rahmen eine Ansichtsbreite von nur 50mm.